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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Auszeichnung für Pfadfinder der Integration

Mit insgesamt 30.000 € wurden auch in diesem Jahr wieder besondere Verdienste um das friedliche Zusammenleben und die Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher ethnischer, kultureller oder religiöser Herkunft belohnt. Der Preis wurde bereits zum siebten Mal von der Helga und Edzard Reuter-Stiftung vergeben. Dieses Jahr wurden zwei Berliner Projekte geehrt.

Edzard Reuter © DSZ

Im Rahmen einer Feierstunde im Max-Liebermann-Haus am Brandenburger Tor in Berlin ging das Preisgeld mit je 15.000 € an den Palästinenser Hamad Nasser und seinen Nachbarschaftstreff Steinmetzstraße in Schöneberg und an den Verein Oase Pankow mit seiner „Oase Berlin“. Die Festrede hielt der Soziologe und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Dr. h.c. Wolf Lepenies. Er bezeichnete integrierte Menschen mit Migrationshintergrund als Pfadfinder, die vorlebten, dass man ohne Zwang Spielregeln folgen könne, die einem einstmals fremd waren. 40 Prozent der in Berlin lebenden Migranten sind jünger als 18 Jahre, sagte Lepenies. Wären sie gut ausgebildet, hätten sie beste Karrierechancen und würden zur Lösung aller demografischen Probleme beitragen. Da ihnen aber genau diese Voraussetzung fehlt, werden sie selber zum Problem.

Zum Kuratorium gehören neben Lepenies die Initiatoren Helga und Edzard Reuter, die ehemalige Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John und der Leiter des Deutschen Stiftungszentrums, Dr. Ambros Schindler.

Mit den Stiftungspreisen werden Projekte einmalig gefördert und als vorbildliche Beispiele für gesellschaftliches Engagement geehrt. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, mit unserer Stiftung für Völkerverständigung und ein friedliches Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen zu werben“, betont Edzard Reuter. Der Ehrenbürger Berlins, Sohn des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt und ehemalige Vorstandschef der Daimler-Benz AG weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, in einer fremden Kultur zu leben. In der Zeit des Nationalsozialismus musste Reuter mit seinen Eltern in die Türkei emigrieren, wo er zwölf Jahre in Ankara lebte. (23/10/09)

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