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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Drei integrative Schulen erhalten Jakob-Muth-Preis

Für einen vorbildlichen gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern erhalten drei Schulen aus verschiedenen Bundesländern den diesjährigen Jakob-Muth-Preis. Preisträger sind die Montessori-Gesamtschule im nordrhein-westfälischen Borken, die Heinrich-Zille-Grundschule in Berlin und die Waldschule in Flensburg, wie die Bertelsmann Stiftung am Montag in Gütersloh mitteilte. Die mit jeweils 3.000 € dotierten Auszeichnungen werden am Donnerstag in Berlin übergeben. Projektträger des zum zweiten Mal vergebenen Preises sind der Bundesbehindertenbeauftragte, die deutsche UNESCO-Kommission und die Bertelsmann Stiftung.

Schüler und Lehererin auf dem Schulbauernhof in Borken Foto: Andreas Nowak, Tri-Ergon / Bertelsmann Stiftung

Die diesjährigen Gewinner zeigten eindrucksvoll, wie eine Schule gestaltet werden könne, damit Kinder mit und ohne Behinderungen sie gemeinsam besuchen könnten, würdigte der Bundesbehindertenbeauftragte Hubert Hüppe die Preisträger. Ein solcher gemeinsamer Unterricht sei die Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit, unterstrich der Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Christoph Wulf. “Die Preisträgerschulen beweisen, dass Leistung und Gerechtigkeit im Bildungssystem keine Gegensätze sind”, erklärte Brigitte Mohn vom Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Gemeinsames Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern sei in Deutschland noch immer die Ausnahme, erklärten die Deutsche UNESCO-Kommission und die Bertelsmann Stiftung. Im Jahr 2008 habe die Quote von Kindern mit Förderbedarf, die eine Regelschule besuchten, bundesweit bei rund 18 Prozent gelegen. In Spanien, Italien oder den skandinavischen Ländern besuchten dagegen fast alle Schüler mit besonderem Förderbedarf eine allgemeine Schule.

Das deutsche Förderschulsystem erweise sich häufig als Sackgasse für die weitere Entwicklung behinderter Kinder, hieß es weiter. Fast drei Viertel der Förderschüler in Deutschland blieben ohne berufsqualifizierenden Schulabschluss. Einen größeren Erfolg verspreche eine “inklusive Schule”, wie sie auch die für Deutschland verbindliche UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung fordere.

Insgesamt hatten sich den Angaben nach 113 Schulen aller Schulformen aus ganz Deutschland um den Preis beworben. Namensgeber der Auszeichnung ist der Bochumer Erziehungswissenschaftler Jakob Muth (1927-1993), der durch seinen Einsatz für eine gemeinsame Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder bekannt wurde. (26/10/10; Quelle: Bertelsmann Stiftung)

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