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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Drei junge Ärzte mit Else Kröner-Stipendium ausgezeichnet

Die 2009 ausgeschriebenen Else Kröner-Memorial-Stipendien gehen an die drei jungen Ärzte Dr. Florian Grahammer (32 Jahre, Universitätsklinikum Freiburg), Dr. Helmar Christoph Lehmann (33 Jahre, Universität Düsseldorf) und Dr. Istvan Vadasz (32 Jahre, Universität Gießen). „Alle drei Forschungsprojekte spannen in außergewöhnlicher Weise den Bogen von der molekularen Erkenntnis zur konkreten klinischen Anwendung“, sagt Dr. Susanne Schultz-Hector, Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung. Die Stipendiaten beschäftigen sich mit der Wiederherstellung der Filterfunktion der Niere, mit chronischen Erkrankungen des außerhalb des Gehirns liegenden Nervensystems und mit dem akuten Atemnot-Syndrom bei Erwachsenen.

„Sich neben der täglichen Patientenversorgung, Facharztausbildung und der Beteiligung an der medizinischen Lehre noch ein eigenes Forschungsgebiet aufzubauen, ist für junge Ärzte an Universitätskliniken schwierig“, sagt Dr. Susanne Schultz-Hector. Die Stipendien sind mit jeweils 80.000 € pro Jahr dotiert. Sie ermöglichen die Freistellung vom Klinikbetrieb für zwei Jahre, um so die Forschungsprojekte weiterverfolgen zu können.

Stipendiat Dr. Florian Grahammer (Universitätsklinikum Freiburg),
Forschung zur Regeneration der Nierenfunktion

Der Stipendiat Dr. Florian Grahammer, tätig am Institut für Innere Medizin IV Nephrologie und Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Freiburg, erforscht Mechanismen zur Wiederherstellung der Funktion der erkrankten Niere. Bei fast allen Nierenerkrankungen sind spezialisierte Zellen des Nierenfilters, so genannte Fußfortsatzzellen (Podozyten), betroffen. Während die Ursachen, die zum Nierenversagen führen, teilweise aufgeklärt sind, ist bis heute kaum etwas über die molekularen Vorgänge der Wiederherstellung der Filterfunktion der Niere bekannt. Dies spiegelt sich auch in dem fast völligen Fehlen von spezifischen Therapien zur Behandlung von Nierenerkrankungen wider. Vorarbeiten von Dr. Florian Grahammer weisen darauf hin, dass spezialisierte Zell-Zellkontakte auch bei der Regeneration des Nierenfilters eine entscheidende Rolle spielen. „Die geplante molekulare und zellbiologische Analyse der Funktion und Veränderung dieser Zell-Zellkontakte während der Schädigung und Regeneration des Nierenfilters lassen völlig neue Einblicke erwarten, die den Grundstein für wiederherstellende Behandlungsansätze legen könnten“, heißt es bei der Else Kröner-Fresenius-Stiftung zur Einschätzung der wissenschaftlichen Arbeit.

Stipendiat Dr. Helmar Christoph Lehmann (Universität Düsseldorf),
Forschung zur Erkrankung des peripheren Nervensystems

Dr. Helmar Christoph Lehmann von der Neurologischen Klinik der Universität Düsseldorf befasst sich mit der Wiederherstellung der Funktion erkrankter Nerven bei chronischen Erkrankungen des peripheren, d. h. außerhalb des Gehirns liegenden Nervensystems (Polyneuropathie). Er geht davon aus, dass die Wiedererlangung der Nervenfunktion wesentlich durch die Regenerationsfähigkeit von so genannten Schwannzellen begrenzt wird. Diese Zellen gewährleisten normalerweise den Schutz und die Ernährung der Zellfortsätze (Axone). „Im Experiment wird Dr. Helmar Christoph Lehmann testen, unter welchen Bedingungen eine Transplantation von intakten Schwannzellen die Wiederherstellung der Nervenfunktion ermöglicht. Wenn sich seine Hypothese bestätigt, ließen sich daraus vielfältige neue Behandlungskonzepte ableiten“, so die Stiftung zur Begründung des Stipendiums.

Stipendiat Dr. Istvan Vadasz (Universität Gießen),
Forschung zum akuten Atemnot-Syndrom

Dr. Istvan Vadasz von der Medizinischen Klinik II der Universität Gießen analysiert die zellphysiologischen Vorgänge in der Lunge, die die Barrierefunktion der Lungenbläschen bei dem Atemnot-Syndrom regulieren. Unter 100.000 Erwachsenen leiden ca. 75 Patienten an dem akuten Atemnot-Syndrom, das häufig zum Tod führt. Ursachen sind vielfältige Erkrankungen oder Verletzungen der Lunge. Kritisch ist dabei die Ansammlung entzündlicher Flüssigkeiten in den Lungenbläschen, in denen der Gasaustausch stattfindet, den Alveolen. Trotz intensiver Forschung existiert noch keine pharmakologische Therapie für Patienten mit dieser schweren Erkrankung. Der Stipendiat hat einen lipidbasierten Signalstoff, das so genannte Sphingosin-1-phosphat, als ein Schlüsselmolekül des Atemnot-Syndroms erkannt. „In seinen geplanten Experimenten wird Dr. Istvan Vadasz untersuchen, ob sich durch eine Hemmung dieses Signalstoffs lebensbedrohliche Flüssigkeitsansammlungen in den Alveolen verhindern bzw. ihr Abbau fördern lässt“, heißt es bei der Else Kröner-Fresenius-Stiftung zur Vergabe des Stipendiums. (28/01/10)

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