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Familie-Hansen-Preisträger 2011 steht fest
Der Preisträger des "Familie-Hansen-Preises 2011" steht fest: Kuratorium und Stiftungsrat der Bayer Science & Education Foundation haben Prof. Dr. Stefan W. Hell die mit 75.000 € dotierte Auszeichnung zuerkannt, die zu den renommiertesten Wissenschaftspreisen in Deutschland gehört. Seine Durchbrüche auf dem Gebiet der Lichtmikroskopie ermöglichten heute Einblicke in lebende Zellen und Gewebe, die bis vor kurzem undenkbar schienen, wie es in der Begründung der Stiftung heißt.

Foto: Max Planck Institut für biophysikalische Chemie
Festaktes.
Mit dem Familie-Hansen-Preis werden Wissenschaftler geehrt, die wegweisende Forschungsbeiträge auf innovativen Gebieten der Biologie und Medizin geleistet haben. Er wird seit dem Jahr 2000 im Andenken an den Preisstifter Prof. Dr. Kurt Hansen verliehen. Der verstorbene ehemalige Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzende der Bayer AG hatte 1999 den Preis aus “Dankbarkeit für ein ausgefülltes Leben als Naturwissenschaftler und Diplom-Kaufmann” gestiftet.
Hell hat mit der Erfindung und Entwicklung der Stimulated Emission Depletion (STED)-Mikroskopie die Fluoreszenzmikroskopie revolutioniert, die in der modernen Biologie und medizinischen Grundlagenforschung eine Schlüsselrolle spielt. Der 47-jährige Physiker hat als Erster einen Weg gefunden, die 1873 von Ernst Abbe entdeckte Auflösungsgrenze des Lichtmikroskops von 200 Nanometern radikal zu unterlaufen. Die STED-Mikroskopie und verwandte Verfahren erlauben Beobachtungen in einer Zelle mit einer heute bis zu 10-mal besseren Detailschärfe, was vorher als unmöglich galt. Erstmalig wurden Strukturen in lebenden Zellen oder Gewebe sichtbar, die viel feiner als 200 Nanometer sind. So können zelluläre Mechanismen besser verstanden und Krankheitsursachen besser aufgespürt werden.
Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Generalsekretär der Human Frontier Science Program Organization und Vorsitzender des Stiftungskuratoriums, erklärt: “Stefan Hell hat sich durch die in Lehrbüchern bis dahin festgeschriebene ,Abbesche Auflösungsgrenze’ nicht abschrecken lassen und gezeigt, dass die Auflösung des Fluoreszenz-Mikroskopes von der Beugung entkoppelt und damit auf Bruchteile der Lichtwellenlänge gesteigert werden kann. Aufgrund seiner herausragenden wissenschaftlichen Arbeiten, die vor allem in den Lebenswissenschaften breit angewendet werden können, verdient Prof. Hell diese renommierte Auszeichnung in ganz besonderem Maße.”
“Fortschritte in der Grundlagenforschung und der industriellen Forschung sind das Zukunftskapital des Standorts Deutschland. Wir wollen die Forschung fördern und Exzellenz stärken, insbesondere auch in Deutschland”, sagt Dr. Wolfgang Plischke, für Innovation, Technologie und Umwelt verantwortliches Vorstandsmitglied der Bayer AG und Vorstand der Stiftung. “Für das Erfinder-Unternehmen Bayer spielt die Forschung eine zentrale Rolle. Die Kenntnis, die Akzeptanz und die Anwendung von Zukunftstechnologien sind zentrale gesellschaftliche Rahmenbedingungen, zu denen die Bayer AG auch über ihre Stiftungen und die Vergabe dieses Preises beitragen will”, so Plischke weiter.
Der Preis wird von der “Bayer Science & Education Foundation” vergeben. Diese Stiftung verfolgt als vorrangige Ziele die Ehrung herausragender Forschungsleistungen, die Förderung wissenschaftlicher Talente und die Unterstützung bedeutender, naturwissenschaftlicher Schulprojekte. Im inhaltlichen Fokus der Fördertätigkeiten stehen die Naturwissenschaften und die Medizin. Herausragende Forschungsleistungen honoriert die Stiftung im jährlichen Wechsel mit dem Familie-Hansen-Preis und dem Otto-Bayer-Preis, die mit jeweils 75.000 Euro dotiert sind. Im Jahr 2008 hat die Stiftung als dritten Wissenschaftspreis den mit 50.000 Euro dotierten “Bayer Climate Award” ins Leben gerufen. Mit dieser international einmaligen Auszeichnung werden herausragende Arbeiten auf dem interdisziplinären Gebiet der Klima- und Klimafolgenforschung ausgezeichnet. (03/11/10; Quelle: Bayer Science & Education Foundation)



