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Auszeichnungen
Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo
Das norwegische Nobel-Komitee vergibt den Friedensnobelpreis an den in China inhaftierten Schriftsteller und Literaturprofessor Liu Xiaobo. Die hochpolitische Entscheidung gilt als umstritten. Die chinesische Regierung hatte kürzlich das Nobel-Komitee davor gewarnt, den Preis an Liu zu vergeben.

Abb.: Nobelpreiskomitee
Der 54-Jährige Liu Xiaobo wurde im Dezember wegen “Untergrabung der Staatsgewalt” zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Er hatte bereits wegen seiner Beteiligung an den blutig niedergeschlagenen Protesten auf dem Tiananmen-Platz 1989 im Gefängnis gesessen.
Die chinesische Regierung hatte in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass sie eine Auszeichnung Lius als “unfreundlichen Akt Norwegens” betrachten würde. Für eine Vergabe des Preises an Liu setzten sich unter anderem der tschechische Ex-Präsident Vaclav Havel und der Dalai Lama ein.
Im letzten Jahr hatte US-Präsident Barack Obama völlig überraschend die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Auszeichnung erhalten, obwohl er damals erst knapp ein Jahr im Amt war. In der Begründung hieß es, Obama habe “ein neues internationales Klima geschaffen”. Die Entscheidung war danach umstritten, und auch Obama selbst meinte, dass er den Preis eigentlich noch nicht verdient habe.
Unter der Rekordzahl von 237 Nominierten waren dieses Jahr 38 Organisationen. (08/10/10, Quellen: dpa, rbb)



