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Auszeichnungen
Gustavo Dudamel erhält Saeculum-Preis
Der Dirigent Gustavo Dudamel aus Venezuela hat den mit
25.000 € dotierten Saeculum-Preis der Dresdner Musikfestspiele erhalten. Mit der Auszeichnung wurde der 28-Jährige am Samstagabend in der Dresdner Semperoper nicht in erster Linie als Shooting-Star der Klassikbranche geehrt. Vielmehr ging es um sein Engagement in dem Ausbildungsprogramm El Sistema.
Es besteht aus einem Netzwerk von Musikschulen und Orchestern in Venezuela. Kinder und Jugendliche aus armen Verhältnissen bekommen mit klassischer Musik eine Perspektive für ihr Leben. Dudamel leitet das Simón Bolívar Jugendorchester, das Aushängeschild von El Sistema, und ist selbst Kind dieses Systems.
Der Preis sei dafür da, um Instrumente für die Orchester in Venezuela zu kaufen, bedankte sich der Musiker. El Sistema arbeite für die Gesellschaft, um Probleme friedlich zu lösen. Auch in Projekte in Los Angeles und in Schottland solle Geld fließen. Es gehe darum, einer neuen Generation Sensibilität und Kunst zu vermitteln, betonte Dudamel. “Das ist die wichtigste Sache: Musik und Musik und Frieden, Gerechtigkeit und Liebe.” El Sistema wurde Mitte der 1970er Jahre von dem Volkswirtschaftler José Antonio Abreu gegründet. Bisher waren fast 300.000 Kinder an dem Programm beteiligt, das aus rund 180 Orchestern und vielen Chören besteht. Derzeit läuft in deutschen Kinos ein Dokumentarfilm über das musikalische Sozialprojekt.
Mit der Ehrung für Dudamel erfolgt eine Neuausrichtung des Saeculum-Preises, dessen Stifter die Uhrenmanufaktur Glashütte Original ist. Bis dato wurde damit das Lebenswerk eines Künstlers gewürdigt – “Saeculum” steht im Lateinischen für Menschenalter oder Generation. Die bisherigen Preisträger Kurt Masur, John Neumeier, Joachim Herz, Gidon Kremer und Christa Ludwig können allesamt auf eine lange Karriere blicken. Fortan geht der Preis an junge Künstler, die sich zudem sozial engagieren und das Preisgeld auch so verwenden. Dudamel ist derzeit Chefdirigent der Göteborger Sinfoniker und designierter Chef des Los Angeles Philharmonic Orchestra.
Was nach der Auszeichnung folgte, war gleichfalls preisverdächtig. Dudamel dirigierte das Concertgebouw Orchester Amsterdam und sorgte damit für einen Höhepunkt der Festspiele. Die “Sinfonia India” des Mexikaners Carlos Chávez war als Reminiszenz an das Festspiel-Motto “Neue Welt” zu verstehen. Dahinter verbergen sich Werke und Künstler aus Amerika. Jean-Yves Thibaudet wurde für seine Interpretation des Klavierkonzertes von Edvard Grieg gefeiert: virtuos, expressiv und technisch perfekt. Der Franzose ließ keine Wünsche offen. Gleiches gilt für den Auftritt der Niederländer, die beim Ranking der britischen Fachzeitschrift “Gramophone” 2008 das beste Orchester der Welt waren. Nach Sergej Prokofjews 5. Sinfonie huldigte das Publikum im Saal Dudamel und dem Orchester geschlossen mit Standing Ovations. (25/05/09; Quelle: Die Welt)



