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Akteure & Konzepte

Auszeichnungen

Hamburger Akademie der Wissenschaften vergibt Preis

Gestern zeichnete die Akademie der Wissenschaften in Hamburg Prof. Stefan Ehlers mit dem ersten Hamburger Wissenschaftspreis aus. Prof. Ehlers, Forschungszentrum Borstel und Universität Kiel, erhielt den Preis für seine Leistungen in der Tuberkulose-Forschung. Das Preisgeld von 100.000 €, gestiftet von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve, wird für die Einrichtung einer Teststation für neue Antibiotika verwendet.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust sprach in seinem Grußwort davon, dass dieser Preis die Leistungen wissenschaftlicher Einrichtungen der Hansestadt insgesamt hervorhebe: “Der Preis lenkt die Aufmerksamkeit auf den Wissenschaftsstandort Hamburg.”

In seiner wissenschaftlichen Arbeit am Forschungszentrum Borstel sucht der Preisträger Stefan Ehlers u.a. nach Wegen, diesen „neuen“ Tuberkulose-Erregern Herr zu werden: Ehlers hat Mausmodelle zur Nachbildung menschlicher Entzündungsreaktionen entwickelt, die sich eignen, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung für die Therapie von Tuberkulose nutzbar zu machen. Hierfür wird er auch das Preisgeld verwenden: Am Forschungszentrum Borstel wird eine Teststation eingerichtet, um neue Antibiotika-Therapien gegen resistente Erreger in kliniknahen Modellsystemen zu prüfen; Testkapazitäten dieser Art fehlen in Deutschland bislang fast völlig. Mit dem Preisgeld wird die Stelle einer Wissenschaftlerin finanziert, die die Studien in Zusammenarbeit mit industriellen und akademischen Partnern koordiniert. Die junge Biomedizinerin stammt aus Ägypten und wird ihre Erfahrungen im Wissenstransfer zwischen Industrie- und Schwellenländern in die Arbeit einbringen.

Die Jury des Hamburger Wissenschaftspreises würdigte insbesondere die Verbindung von exzellenter Grundlagenforschung mit diagnostischer und therapeutischer Anwendung in der Arbeit von Stefan Ehlers. Dies entspricht der Ausrichtung des Preises und dem Anliegen seiner Stifter: Der Hamburger Wissenschaftspreis zeichnet herausragende Forschungen auf Gebieten von gesellschaftlicher Bedeutung aus, die dem Wohl der Menschen unmittelbar dienen. Zugleich würdigt der Preis nicht ein wissenschaftliches Lebenswerk, sondern Forschung, die zwar ihre Qualität bewiesen hat, aber noch in progress ist. Der vorgeschlagene Verwendungszweck ist – neben der wissenschaftlichen Exzellenz – entscheidendes Kriterium für die Zuerkennung. (20/11/09; Quelle: Hamburger Akademie der Wissenschaften)

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