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Muslimisches SeelsorgeTelefon für Aspirin Sozialpreis 2011 nominiert
Die Internet-Nutzer haben entschieden: Bei der Online-Abstimmung für den Aspirin Sozialpreis 2011 wählten sie das „Muslimische SeelsorgeTelefon“ (MuTeS) mit 1.204 von insgesamt 18.800 Stimmen auf Platz eins. Das gemeinnützige Berliner Sozialprojekt gewinnt damit den mit 5.000 Euro dotierten Publikumspreis und zieht in die Endrunde der besten zehn Bewerber um den Aspirin Sozialpreis 2011 ein. Wer die drei Gewinner sind, entscheidet der unabhängige Stiftungsrat der Bayer Cares Foundation. Die Preisverleihung findet am 12. Mai 2011 in Berlin statt. Mit insgesamt 35.000 € Preisgeld honoriert die Stiftung innovative gemeinnützige Sozialprojekte im Gesundheitswesen.
Hilfe aus der Sprachlosigkeit
Das Muslimische SeelsorgeTelefon berät Muslime und Nicht-Muslime in Krisensituationen nicht nur in deutscher, sondern auch in türkischer oder einer anderen Sprache und überwindet damit eine Barriere. Denn in Krisensituationen greifen Menschen automatisch auf ihre Muttersprache zurück. Das 2009 gegründete und bundesweit erste Muslimische SeelsorgeTelefon ist ein multireligiöses Kooperationsprojekt. Rund 40 ehrenamtliche Helfer – zumeist mit Migrationshintergrund – leisten täglich von 12 bis 24 Uhr telefonische Beratungsarbeit.
Die Rat suchenden Anrufer wenden sich an das Muslimische SeelsorgeTelefon in Notlagen, die sie weder mit der eigenen Familie noch mit Freunden besprechen können. Ursachen sind häufig schwere körperliche sowie psychische Erkrankungen, aber auch Suchtprobleme und Trauerfälle. Diese wiederum führen oft zu einer massiven seelischen Belastung, die in entsprechende Krankheitsbilder wie Depressionen münden kann – eine Spirale, der die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Muslimischen SeelsorgeTelefons zuhörend und beratend entgegentreten.
Träger ist die humanitäre Organisation Islamic Relief in Deutschland. Als Partner agieren das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sowie der Caritasverband für das Erzbistum Berlin. Der Bedarf für Anlaufstellen auf anonymer Basis ist groß, wie zum Beispiel die telefonischen Seelsorgeangebote der großen deutschen Kirchen belegen. Die Anzahl der Anrufer ist seit Jahren gleichbleibend hoch. Mehr als zwei Millionen Menschen nehmen statistischen Angaben zufolge jährlich die telefonischen Beratungsangebote in Anspruch.
Vorbildliche Initiativen würdigen
Insgesamt haben sich 152 Projekte für den Aspirin Sozialpreis 2011 beworben, im Vorjahr waren es 146. „Wir danken allen Bewerbern. Mit dem Preis wollen wir auf die hohe Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements in unserer Gesellschaft aufmerksam machen und Initiativen würdigen, die für Innovationen im Bereich der Sozialmedizin stehen“, sagt Professor Dr. André Habisch. Der Professor für Christliche Sozialethik und Gesellschaftspolitik an der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ist Vorsitzender des Kuratoriums der Bayer Cares Foundation.
Finalrunde mit zehn Nominierten
Für die Endrunde im Wettbewerb um den Aspirin Sozialpreis 2011 werden außer dem Sieger der Online-Abstimmung neun weitere Projekte nominiert. Die Auswahl erfolgt mit Unterstützung des fachlichen Projektbeirats Dieter Brübach, Vorsitzender der Initiative Deutsches Spendenparlament. Ein unabhängiger Stiftungsrat unter dem Vorsitz von Professor Habisch kürt schließlich die drei Gewinner. (01/02/11; Quelle: Bayer Cares Foundation)



