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Ernst Cramer mit 96 Jahren in Berlin gestorben
Nur zehn Tage vor seinem 97jährigen Geburtstag ist Ernst Cramer, Journalist und Vorstandsvorsitzender der Axel Springer Stiftung, am frühen Morgen in einem Berliner Krankenhaus an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben.

Foto: Axel-Springer-Stiftung
Cramers Leben war von zahlreichen Wendungen gezeichnet. 1939 musste Cramer in die USA emigrieren, nachdem er sechs Wochen im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war. Seine Eltern und sein Bruder Erwin wurden während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis ermordet. Als amerikanischer Soldat kehrte Cramer am Kriegsende nach Deutschland zurück. 1948 wurde er stellvertretender Chefredakteur in München bei Die Neue Zeitung.
1958 wechselte er zum Axel Springer Verlag. Er fungierte als Herausgeber der Welt und Welt am Sonntag. “Ich suche Leute mit eigener Meinung, die auch zu ihr stehen”, erinnerte sich Cramer später an Springers Angebot. 1981 wurde er Vorstandsvorsitzender der Axel Springer Stiftung, später saß er auch im Aufsichtsrat der Axel Springer Verlags AG.
Cramer wurde für sein Eintreten für Menschlichkeit und Toleranz mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, der Leo-Baeck-Medaille und dem Heinz-Galinski-Preis. Von der Stadt Augsburg wurde er zum Ehrenbürger ernannt. (19/01/09; Quelle: Axel-Springer-Stiftung)



