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Große Trauer um Loki Schmidt

Die Nachricht vom Tod Loki Schmidts hat tiefe Betroffenheit ausgelöst. Die 91-jährige Ehefrau des Altkanzlers Helmut Schmidt war in der Nacht in ihrem Haus in Hamburg-Langenhorn gestorben. 1979 rief sie die Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen, deren Vorläufer, das Kuratorium zum Schutze gefährdeter Pflanzen, bereits seit 1976 tätig war. Die Stiftung fusionierte mit der Stiftung Naturschutz Hamburg und ist seither unter der Kurzbezeichnung "Loki-Schmidt-Stiftung" bundesweit tätig.

Foto: Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt

Bundespräsident Christian Wulff kondolierte Altkanzler Schmidt: “Für mich, aber auch für alle anderen, die ihr begegnet sind, war Ihre Frau eine eindrucksvolle Persönlichkeit.” Sie sei “auf eine souveräne Weise bescheiden” gewesen, ihr selbst gewähltes Lebensziel habe “Ich will stets anständig durchs Leben gehen” gelautet. “Der Tod Ihrer Frau ist ein großer Verlust für uns alle. Wir werden sie nicht vergessen”, so Wulff weiter.

Kanzlerin Angela Merkel sagte, Schmidt habe sich um Deutschland verdient gemacht. In der Tagesschau würdigte sie die Verstorbene als “Naturschützerin der ersten Stunde”.

“Die Nachricht von ihrem Tod bewegt uns alle sehr”, sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel. Schmidt sei eine “außergewöhnliche, eigenständige Persönlichkeit” gewesen. Mit ihrer “unangestrengten Noblesse” habe sie die Herzen der Menschen im In- und Ausland gewonnen und als leidenschaftliche Naturschützerin bleibende Verdienste um den Umweltschutz erworben. “Vielen in unserem Land wurde sie wegen ihrer liebenswürdigen, menschlichen Art und ihrer beeindruckenden Haltung Vorbild”, sagte er weiter. Man gedenke mit Dankbarkeit “einer überzeugten Sozialdemokratin, die sich mit ihrer Arbeit und ihrem unverwechselbarem Stil um unser Land verdient gemacht hat”.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier nannte Schmidt eine “beeindruckende Frau”: “Ihr war wichtig, was ist, noch wichtiger, was wird. Schule und Erziehung lagen ihr deshalb genau so am Herzen wie Natur und Umwelt”, sagte er der “Bild”-Zeitung. “Sie war geradeheraus, hatte Witz und Herz. Wir werden sie vermissen.”

Vizekanzler, FDP-Chef und Außenminister Guido Westerwelle sagte, Schmidt habe “an der Seite ihres Mannes die Nachkriegsgeschichte Deutschlands miterlebt und mitgeprägt”. Die Grünen-Fraktionschefs Renate Künats und Jürgen Trittin erklärten, Schmidt sei “immer weit mehr als die Frau an der Seite ihres berühmten Ehemannes” gewesen. Ihr Engagement für den Erhalt bedrohter Pflanzenarten sei beispielhaft gewesen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus sagte, er habe die Nachricht “mit großer Trauer und Betroffenheit aufgenommen”. Mit ihrem eindrucksvollen Wirken und ihrer Persönlichkeit habe sie die Menschen stets besonders beeindruckt. Schmidt habe “in unvergesslicher Weise den hanseatischen Charakter verkörpert”.

In der Hamburger Michaeliskirche ist eine Trauerfeier geplant. Am Vormittag liegen im Hamburger Rathaus die Kondolenzbücher aus.

Schmidt wurde am 3. März 1919 als Hannelore Glaser in Hamburg geboren und nannte sich bald “Loki”. Sie war seit 1942 mit ihrem Mann verheiratet – das Paar hatte sich schon in der Grundschule kennengelernt. Im Mai 1944 wurde ein Sohn geboren, der noch als Säugling starb. Im Jahr 1947 folgte die Geburt von Tochter Susanne.

Bis 1972 arbeitete Schmidt als Lehrerin. An der Seite ihres 1953 erstmals in den Bundestag gewählten Mannes, der 1974 Bundeskanzler wurde, habe sie als “Angeheiratete der Politik” ein seltsames anderes Leben geführt, erinnerte sich Loki Schmidt später. Später erwarb sie sich einen Ruf als “Botanikerin aus Leidenschaft” und Naturschützerin – und kürt seit 1980 die “Blume des Jahres”. Erst heute ging die Auszeichnung für 2011 an die Moorlilie.

Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen: So wurde sie unter anderem Hamburger Ehrenbürgerin, Ehrensenatorin der Universität und erhielt auch die Ehrendoktorwürde. In ihrem 90. Lebensjahr wurde Schmidt mit ihren Lebenserinnerungen “Erzähl doch mal von früher” noch zur Bestsellerautorin, erst vor zwei Wochen erschien ihr Buch “Auf dem roten Teppich und fest auf der Erde”. (22/10/10, Quellen: Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Inforradio)

Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt

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