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Koalitionsstreit um Stiftungs-Chef
In der Thüringer Koalition bahnt sich ein neuer Streit an. CDU-Fraktionschef Mike Mohring will den umstrittenen Chef der Weimarer Klassik Stiftung, Hellmut Seemann, halten. Er sei dafür, dass Seemann im Amt bleibe, sagte Mohring in Großkochberg. Er kenne Seemann seit vielen Jahren als zuverlässigen Mann. Mit ihm lasse es sich gut arbeiten. Die CDU-Fraktion begrüßte ausdrücklich die Aussage von Mohring. "Wir stehen als Fraktion voll dahinter", sagte ein Sprecher.
Damit stellten sich Mohring und die CDU gegen Kultusminister und Koalitionspartner Christoph Matschie (SPD). Dieser hatte als Vorsitzender des Stiftungsrates den Vertrag von Seemann wegen Kritik an seiner Arbeit nach zehn Jahren nicht verlängert. Das Kultusministerium wollte am Freitag die Äußerung von Mohring nicht kommentieren.
Seemann muss am 31. Mai den Präsidentenstuhl räumen. Ihm werden Versäumnisse bei der Leitung der Stiftung vorgeworfen. Kritiker halten ihm vor, kein Konzept zur Profilierung der Stiftung mit Goethe-Nationalmuseum, Goethe- und Schiller-Archiv sowie Anna Amalia Bibliothek zu haben. Bei der Standortsuche für einen Neubau des Bauhaus-Museums agierte Seemann ebenfalls unglücklich und brüskierte mit seinem Eintreten für den Theaterplatz den Stadtrat, der einen anderen Standort bevorzugte.
Die Nichtverlängerung des Vertrags mit Seemann hatte in den vergangenen Monaten für Diskussionen in der Thüringer Öffentlichkeit gesorgt. Für das Präsidentenamt der zweitgrößten Kulturstiftung Deutschlands, die von Bund, Land und Stadt getragen wird, gibt es inzwischen 27 Bewerbungen, darunter auch die von Seemann. Die Entscheidung über den künftigen Präsidenten der Klassik Stiftung soll im März fallen. (14/02/11; Quelle: Thüringische Landeszeitung, Der Tagesspiegel)



