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Martin-Niemöller-Stiftung hat einen neuen Vorsitzenden

Die Martin-Niemöller-Stiftung hat einen neuen Vorsitzenden. Die Mitgliederversammlung wählte Propst Michael Karg zum Nachfolger von Prof. Dr. Martin Stöhr, der dieses Amt nach 15 Jahren aus Altersgründen abgab. Der emeritierte Theologieprofessor und frühere Präsident des „Internationalen Rats der Christen und Juden“ hatte dieses Amt 1995 von Walter Jens übernommen.

Foto: Martin-Niemöller-Stiftung

Michael Karg (64), der neue Vorsitzende, stammt aus Gelsenkirchen. Nach dem Abitur studierte er Theologie und Pädagogik. Seit 1970 ist er im kirchlichen Dienst, seit dem Jahr 2000 als Propst von Nord-Nassau. In seine Zeit als Dekan fiel die Gewährung eines 20-monatigen Kirchenasyls für eine kurdische Familie.

Wie Michael Karg in seiner Vorstellungsrede ausführte, wurde er von Martin Niemöller entscheidend geprägt. Dieser habe aus einer traditionellen deutschnationalen Haltung heraus gelernt, die Zeichen der Zeit nicht nur wahrzunehmen, sondern sie auch zu deuten und aus ihnen Konsequenzen für Denken und Handeln zu ziehen. Daran soll sich auch in Zukunft die Arbeit der Martin-Niemöller-Stiftung orientieren. Als besondere Themenschwerpunkte nannte Karg den teilweise skandalösen Umgang mit Menschenrechten an den Außengrenzen der EU und die Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Die Martin-Niemöller-Stiftung wurde 1977 mit Unterstützung von Niemöller gegründet. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das friedenspolitische Engagement ihres Namensgebers fortzuführen. Seit 1991 hat sie ihren Sitz in Wiesbaden, dem Wohnort des ersten Kirchenpräsidenten von Hessen und Nassau. (23/06/10; Quelle: Martin-Niemöller-Stiftung)

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