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"Opportunity International" stellt Projekt vor

Wie man die Ärmsten der Armen zu Unternehmern macht und zugleich den Bildungsnotstand in Entwicklungsländern bekämpft – darum ging es bei einer Gesprächsrunde der gemeinnützigen Stiftung " Opportunity International " in Magdeburg.

Vorstand Stefan Knüppel erklärte mit der in Ghana geborenen Expertin für deutschafrikanische Zusammenarbeit, Millicent Botsio, und Ulrich Kasparick, SPD-Bundestagsabgeordneter und Schirmherr der Stiftung, was es mit sogenannten Mikro-Schulen auf sich hat.

Das Projekt leistet nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe in mehrerlei Hinsicht. “ Wir gewähren Menschen in Ländern wie Ghana Kleinkredite, mit denen sie eine private Schule gründen und schrittweise aufbauen “, erläuterte Knüppel. “ Über ein geringes Schulgeld kann der Kredit nach und nach zurückgezahlt und neu vergeben werden. “ Mit den Zinsen werden Schulungen für die Klein-Unternehmer bezahlt.

So werden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen. Vor allem bekommen Kinder die Möglichkeit, sich durch Bildung aus ihrer Armut zu befreien. Denn in Ghana gehen 10 bis 15 Prozent der Kinder nicht zur Schule. Die staatlichen Schulen liegen so weit auseinander, dass viele Eltern die Fahrtkosten nicht aufbringen können.

Die Mikro-Schulen weisen noch einen weiteren Vorteil auf : bessere Lernbedingungen. “ An staatlichen Schulen gehen bis zu 100 Kinder in eine Klasse “, erklärte Botsio. “ An Mikro-Schulen sind es etwa 30. “

Für die Idee, Armut durch Kleinkredite zu bekämpfen, wurde ein Bankier aus Bangladesh mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet – für Kasparick ein Qualitätssiegel für die Arbeit der Stiftung, die auch in anderen Bereichen Kleinkredite vergibt. Im Projekt Mikro-Schulen sieht er auch eine Möglichkeit für deutsche Schüler. “ Sie und die Kinder an Mikro-Schulen können im Austausch voneinander lernen und verstehen, was es bedeutet, in einer Welt zu leben “, sagte er. “ Vielleicht lernen sie so auch ihre eigenen Bildungschancen besser schätzen “, ergänzte Botsio.

“ Opportunity International “ will das Projekt Mikro-Schulen auch in Sachsen-Anhalt bekannt machen. Dafür hatte die Stiftung Personen mit Multiplikator-Funktion eingeladen : Bankvertreter, Unternehmer, Schulleiter sowie Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz und seinen Staatssekretär Winfried Willems. Der bekundete noch vor Ort Bereitschaft zur Unterstützung. (11/06/09; Quelle: Volksstimme Leipzig)

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