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25 Jahre nach dem Mauerfall die Hauptstadt der Optimisten

Im Auftrag der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung wurden 2.000 Berlinerinnen und Berliner im Alter ab 14 Jahren telefonisch nach ihren Meinungen und Einstellungen zur Hauptstadt befragt. Ein zentrales Ergebnis: Die Mauer in den Köpfen bröckelt langsam.

Bild: Gemeinnützige Hertie-Stiftung

Ein Wissenschaftlerteam der Hertie School of Governance führte die Studie durch. Die Stichprobe bildet die Berliner Wohnbevölkerung in der gesamten Breite ab. Unterfüttert wurden die Ergebnisse mit sozialen, ökonomischen und demografischen Daten. Die Studie zeichnet damit ein umfassendes Bild der Stadt aus der Perspektive ihrer Bewohner.

Die Wirtschaft der Hauptstadt wächst so stark wie in keinem anderen Bundesland, allerdings von einem niedrigen Niveau (Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukt zwischen 2005 und 2013 durchschnittlich 2,3 Prozent jährlich; Bundesdurchschnitt: 1,5 Prozent). Berlin ist heute die Stadt mit den meisten Besuchern und den meisten Unternehmensgründern in Deutschland und die Arbeitslosenzahlen sinken. Aber mit 12 Prozent Hartz-IV-Empfängern liegt die Stadt weiterhin über dem Bundesdurchschnitt und bezahlbarer Wohnraum wird zunehmend knapp. Dennoch: “Der Optimismus ihrer Bewohner gepaart mit der offensichtlich hohen Anziehungs- und Integrationskraft der Stadt ist ihr derzeit größtes Potenzial”, so Helmut K. Anheier, wissenschaftlicher Leiter der Studie.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Die Berliner Bevölkerung wächst jährlich um etwa ein Prozent und wird entgegen dem Bundestrend jünger: Altersdurchschnitt in Berlin 42,9 Jahre, in Deutschland 44,1 Jahre. Die Hälfte der Befragten ist nicht in Berlin geboren. Die Zugezogenen sind mehrheitlich gut ausgebildet und kommen der Karriere wegen in die Hauptstadt.

  • Fast 90 Prozent der Befragten fühlen sich als Berliner. Auch Zugezogene stellen sehr bald eine positive Identifikation mit der Stadt her. Der Trend gilt für Ost- und Westberliner, für Deutsche wie Ausländer gleichermaßen.

  • Mittlerweile geben 36 Prozent der Befragten an, dass sie keine Unterschiede zwischen Ost und West mehr erkennen können. 2009 sagten das nur 24 Prozent. Die Mauer in den Köpfen verschwindet Schritt für Schritt.

  • Zentrum und Peripherie driften auseinander: Die Studie analysiert Berlin mit Hilfe des Gesellschafts- und Zielgruppenmodells der so genannten Sinus-Milieus. Danach sind zwei Gruppen im Bundesvergleich besonders ausgeprägt: das “prekäre Milieu” der wirtschaftlich, sozial und kulturell Benachteiligten mit 12 Prozent (bundesweit: 9 Prozent) sowie das kreative, mobile und ambitionierte Milieu der “Expeditiven” mit 9 Prozent (bundesweit: 7 Prozent). Letzteres findet sich vor allem in Mitte und den angrenzenden zentralen Bezirken, die auch am meisten vom Zuzug profitieren. Die Randbezirke hingegen verzeichnen kaum Zuzug und altern rapide.

(4.11.2014 | Quelle: Gemeinnützige Hertie-Stiftung)

Website zur Hertie Berlin Studie 2014

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