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Seit 2006 versucht die NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ihre Politik zu betreiben. Am 4. September 2011 sind wieder Landtagswahlen. Den Wiedereinzug der Neonazis ins Parlament gilt es, zu verhindern. Deshalb startet die Amadeu Antonio Stiftung ein Jahr vor dem Wahltag die Kampagne "Kein Ort für Neonazis" in Mecklenburg-Vorpommern.
“Ziel der Kampagne ist es, die Verankerung der rechtsextremen Szene und den Einzug der NPD in die Land- und Kreistage zu verhindern”, so Timo Reinfrank, Stiftungskoordinator der Amadeu Antonio Stiftung. Um dies zu erreichen, lädt die Amadeu Antonio Stiftung Bürgerinnen und Bürger ein, an der Kampagne mitzuwirken und sie vor Ort zu nutzen. “Ich bin zuversichtlich, dass eine gemeinsame Anstrengung den wiederholten Einzug der NPD in den Landtag verhindern kann. Wir suchen deshalb die Zusammenarbeit mit allen demokratischen Initiativen, den Parteien und dem Land”, so Reinfrank weiter. “Wir beraten Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern und wollen im Rahmen unserer Arbeit auch Menschen zu Gegenaktivitäten ermutigen. Deshalb begrüßen und unterstützen wir die Kampagne”, meint zum Beispiel LOBBI e.V., Opferberatung für Betroffene rechter Gewalt in Mecklenburg Vorpommern.
Unkomplizierte Unterstützung von kreativen Projekten
Jugendliche können sich bei der Amadeu Antonio Stiftung bis zum 4. September 2011 mit einem Projekt bewerben. Unbürokratisch und schnell unterstützt die Stiftung Initiativen mit bis zu 250 Euro. Diskussionsabende, CDs gegen Rechtsrock, Fotodokumentation von Orten rechter Übergriffe – viele kreative Ideen werden von der Amadeu Antonio Stiftung unterstützt. “Die Kampagne trägt dazu bei, vor allem junge Menschen zu ermutigen, sich konkret gegen rechtsextremistische Umtriebe in ihrem Umfeld zu engagieren”, sagt die RAA Mecklenburg-Vorpommern. MV-Spion meint: “Diskriminierung und Rassismus haben in unserem Netz keinen Platz. MV-Spion.de ist ‘Kein Ort für Neonazis’”.
Kontinuität
Die Kampagne “Kein Ort für Neonazis” kann allerdings nur ein Anfang sein. “Es bedarf eines langfristigen Engagements, um der NPD und dem Weltbild für das sie steht, entgegenzuwirken. Das müssen Politik und Zivilgesellschaft zusammen tun”, so Reinfrank. “Auch mit Rassismus, Antisemitismus und anderen menschenverachtenden Einstellungen in der so genannten Mitte der Gesellschaft muss sich auseinandergesetzt werden. Diese Auseinandersetzung fordert Kontinuität und darf sich nicht auf Wahlkämpfe beschränken”, betont LOBBI.
Genaueres zur Kampagne
Besonderer Förderschwerpunkt der Kampagne sind die neuen Kreise Südvorpommern und Ludwigslust-Parchim. Im Jahr 2011 tritt in Mecklenburg-Vorpommern die Kreisgebietsreform in Kraft, die bewirken könnte, dass die NPD ihre Präsenz in genau diesen Kreistagen ausbaut.
Die Kampagne wird in Mecklenburg-Vorpommern bereits durch den Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern, die Träger der Regionalzentrum für demokratische Kultur, das CJD Waren (Müritz), die Evangelische Akademie Mecklenburg-Vorpommern, die RAA Mecklenburg-Vorpommern e.V., der landesweiten Opferberatung, LOBBI – Beratung für Betroffene rechter Gewalt in MV, dem größten sozialen Netzwerk im Land “MV Spion”, Gedenkstätten, wie dem Verein Mahn- und Gedenkstätten Landkreis Ludwigslust e.V., Instituten für politische Bildung, wie dem Verein Soziale Bildung Rostock e.V, Kulturzentren, wie dem IKuWo e.V. Greifswald, dem Flüchtlingsrat Mecklenburg-Vorpommern, der Landeskampagne “Wir. Erfolg braucht Vielfalt” und vielen anderen unterstützt. Alle demokratischen Institutionen sind eingeladen, sich zu beteiligen. (01/09/10; Quelle: Amadeu Antonio Stiftung)



