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Bayerische Staatsbibliothek erwirbt kostbaren Sammelatlas des 16. Jahrhunderts

Dank der Unterstützung durch die Kulturstiftung der Länder und weitere Förderer, darunter die Giesecke & Devrient Stiftung, konnte die Bayerische Staatsbibliothek für rund 1,4 Mio. € einen kostbaren Sammelatlas aus Privatbesitz erwerben.

Bild: Bayerische Staatsbibliothek

Der sogenannte Lafreri-Atlas enthält 191 Karten der namhaftesten italienischen Kartenstecher, vor allem aus dem Haus Bertelli. Durch den Ankauf wurden die Zerlegung und der Einzelverkauf verhindert.

Antonio Lafreri (1512-1577) war ein italienischer Verleger und Kartenhändler, der erstmals Atlanten in einem einheitlichen Format herausgab. Im Gegensatz zu neueren Verlagsatlanten sind solche Sammelatlanten fast durchweg Unikate, da die Zusammenstellung der enthaltenen Karten von verschiedenen Stechern jeweils einmalig ist. Der nun erworbene Atlas enthält 191 Einzelkarten aus den Jahren 1545 bis 1571, die von hoher wissenschaftlicher Qualität und zudem selten und wertvoll sind. 25 Karten sind bislang noch unbekannt, 15 gelten als Höhepunkte der Kartografie.

Das Kartenwerk beinhaltet die erste gedruckte großmaßstäbige Karte Südamerikas und die erste Karte Nordamerikas, die ebenfalls die Nordwestpassage zeigt. Auch ein Vogelschaubild Roms, das einzige nachweisbare Werk des Stechers Leon Pitor, sowie drei Karten von Oratio Bertelli zählen zu den Höhepunkten des Werks. Zwei Vogelschaubilder von Augsburg und eine Ansicht von München lassen zu dem Schluss kommen, dass der Atlas ursprünglich für einen Besitzer aus dem süddeutschen Raum zusammengestellt wurde.

Das Werk hat keine Titelseite und keinen zeitgenössischen Einband. Der vorliegende Einband stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Atlas mit “alter” Blattzählung neu gebunden und durch diverse Faltkarten erweitert.

“Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Ankauf des so genannten Lafreri-Atlas, der einmal mehr die weltweite Bedeutung der Sammlung an gedruckten Karten des 16. Jahrhunderts der Bayerischen Staatsbibliothek unterstreicht. Zu großem Dank verpflichtet sind wir der Kulturstiftung der Länder und mehreren anderen Förderern, ohne deren großzügiges finanzielles Engagement der Erwerb des herausragenden Atlantenwerks nicht möglich gewesen wäre”, betont Generaldirektor Rolf Griebel.

Die Bayerische Staatsbibliothek präsentiert die kostbare Neuerwerbung in ihrer Schatzkammer noch bis zum 29. August 2014 von Montag bis Freitag jeweils zwischen 10.00 und 17.00 Uhr (nicht am 15. August).

(7.8.2014 | Quelle: Bayerische Staatsbibliothek)

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