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Begabte Kinder finden und fördern
Fehlerfrei lesen und schreiben, rechnen und kombinieren wie die Großen: Zwei bis drei Prozent aller Kinder sind hochbegabt; zehn Prozent aller Kinder gelten als begabt. Damit der schlaue Nachwuchs seine besonderen Fähigkeiten entfalten kann, fördert ein Netzwerk aus regionaler Politik, Wirtschaft und einer privaten Stiftung ihre frühzeitige fachliche Unterstützung schon im Vorschulalter.

Foto: Raule Stiftung
Ziel der Wiesbadener Raule-Stiftung ist die Förderung hochbegabter Kinder bereits in Kindertagesstätten: Erzieherinnen lernen in speziellen Fortbildungen, wie Kinder mit Entwicklungsvorsprüngen erkannt und integrativ gefördert werden können. Jetzt haben sich alle Partner entschieden, das Projekt um ein weiteres Jahr zu verlängern, um die Kontinuität der Förderziele zu sichern.
„Mit Freude und großem Interesse sind die Ingelheimer Kindertagesstätten Kooperationspartner im Projekt der Stiftung „Kleine Füchse“, erklärt der Ingelheimer Bürgermeister Ralf Claus. „Um Kinder mit besonderen Begabungen zu erkennen und zu begleiten, braucht es gut ausgebildete Fachkräfte, die sowohl das einzelne Kind als auch die Gruppe im Blick haben. Mit der Raule-Stiftung haben wir einen kompetenten Partner an der Seite, um die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten weiterzuqualifizieren.“
Im Jahr 2008 nahmen Erzieherinnen der Kindertagesstätten „An der Saalmühle“ und „Im Bienengarten“ sowie des Kindergemeinschaftshauses Süd erstmals an einem solchen Schulungsprogramm teil. Die Teilnehmerinnen beschäftigten sich unter anderem mit Begabtenförderung, Entwicklungs- und Bildungstheorie, Förderansätzen sowie mit den Themen „Elternarbeit“ und „Kooperation mit den Grundschulen“. Für die Schulung zeichnet der „Wissenschaftliche Beirat“ der Stiftung verantwortlich, geleitet wird sie von der Diplom-Psychologin der Begabungspsychologischen Beratungsstelle, Kristina Blatt.
„Boehringer Ingelheim hat sich aufgrund der sehr positiven Rückmeldungen der Teilnehmer dazu entschieden, dieses besondere Schulungs- und Beratungsprogramm für ein weiteres Jahr zu unterstützen“, erklärte Stefan Hüppe, Leiter der Aus- und Weiterbildung der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, das Engagement des Unternehmens.
An einer zweiten Fortbildungsreihe, die im Januar 2009 startete, nehmen weitere sieben Erzieherinnen aus fünf Ingelheimer Kindertagesstätten teil, darunter auch die konfessionellen Einrichtungen: Evangelischer Kurpfalzkindergarten, Kindergarten „An der Burgkirche“, Mehrgenerationenhaus West, Katholischer Kindergarten St. Paulus und das Kindergemeinschaftshaus Süd.
Neben der Schulung beinhaltet das Modellkonzept der Stiftung ein „Pädagogisches Forum“, das die teilnehmenden Kindertagesstätten zum Informationsaustausch vernetzt – bei den monatlichen Treffen werden konkrete Fallbesprechungen erörtert und praxisnahe Themen wie „naturwissenschaftliches Experimentieren“, „Medien-Ecken“ und das maßgeschneiderte Fachbücher-Angebot vorgestellt.
Die Erweiterung des Fördermodells auf die Stadt Ingelheim eröffnet für Horst Raule und die Stiftung viel versprechende Perspektiven: „Es ist eine großartige Chance, mit zwei neuen Kooperationspartnern und sieben Kindertagesstätten zugleich eine Projektarbeit anzustoßen. Wir möchten begabte Kinder finden und fördern, wobei gerade Jungen und Mädchen aus einem bildungsfernen Umfeld von diesem Konzept profitieren. Und die Kindertagesstätten können ihre individuellen Angebote für alle Kinder der Einrichtung erweitern.“
Die Raule-Stiftung begleitete mit ihrem Modell der Begabtenförderung ursprünglich sechs Kindertagesstätten in Wiesbaden und im Rhein-Main-Gebiet. Zudem wurde in Wiesbaden 2006 eine Begabungspsychologische Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Erzieher eingerichtet. Der Wissenschaftliche Beirat der Stiftung konzipiert und zertifiziert regelmäßige Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte. Mit dieser Förderinitiative soll eine breite Öffentlichkeit erreicht werden, um die Qualität der Förderung für möglichst viele Kinder aus allen sozialen Schichten zu sichern. Im Rahmen einer überregionalen Kooperation wurde das Förderkonzept im Jahr 2008 auch auf Ingelheim übertragen. (09/06/09; Quelle: Frankfurt-Live)



