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Beim Kartoffelwaschen Strom produzieren
Bisher mussten die bei der Gemüseverarbeitung anfallenden Reststoffe entsorgt werden. Mit einer neuen Anlage der Firma Limnotec aus Hille ist es möglich, die Stoffe weiterzuver-
arbeiten und sogar Energie damit zu gewinnen. Diese wasser- und stromsparende Anlage hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) derart überzeugt, dass sie die neue Technik mit 300?000 Euro gefördert hat. Seit einem Jahr ist die Anlage in Betrieb. "Sie wird ein weiteres Jahr von der DBU und von uns begleitet, um die neue Technologie zu optimieren", erklärt Geschäftsführer Horst Haake.
Die Pilotanlage steht in dem Betrieb Meyer Gemüsebearbeitung in Twistringen. Hier werden pro Tag mehrere hundert Tonnen Gemüse (Kartoffeln, Karotten und Kohl) verarbeitet, dabei fallen etwa 100?.000 Liter Abwasser sowie bis zu 45 Tonnen Bioabfälle an, die ebenfalls weiterverarbeitet werden müssen. Für die Anlage hat die Twistringer Firma 3,2 Mio. € investiert, 800?.000 € gab es an Fördergeldern dazu.
Zuvor wurden die Reste verfüttert oder zu auswärtigen Biogasanlagen gebracht. Das Abwasser war nach dem Schälen und Waschen des Gemüses hoch mit organischen Bestandteilen belastet. “Es wurde der kommunalen Kläranlage zugeführt und hat dort zum Teil für erhebliche Probleme gesorgt”, berichtet Geschäftsführer Dr. Niels Christian Holm.
Jetzt wird es in der betriebsinternen Anlage bis zur Trinkwasserqualität gereinigt. Anschließend kann das Wasser wieder zum Gemüsereinigen verwendet werden – ein geschlossener Kreislauf. “So wird nicht nur das Firmenbudget, sondern auch die Umwelt geschont”, sagt Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU.
Bakterien und Viren werden bei den hohen Temperaturen in Fermentern und Zwischenbehältern weitgehend abgetötet. Daher könne man die Gärreste auf die Felder ausbringen, ohne die Ernte zu gefährden oder die Kläranlage zu belasten. “Für die Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie ist das neue Verfahren ein wichtiger Schritt, ihrer ökologischen Verantwortung gerecht zu werden”, so Brickwedde.
Der Clou an der Anlage ist jedoch die Energienutzung: Bei der Verarbeitung der Reststoffe wird Gas produziert, daraus wird wiederum Strom gewonnen, der in das öffentliche Energienetz eingespeist wird. Mit diesem sogenannten Stoffstrom-Management, das in Twistringen erstmals eingesetzt wurde, will sich Limnotec in Zukunft verstärkt befassen. Die Folgeaufträge für ähnliche Anlagen laufen. Außerdem gibt es vier weitere Forschungsvorhaben.
Die Firma Limnotec in Hille besteht seit zehn Jahren. Referenzobjekte, vor allem Klär- und Biogasanlagen, stehen in ganz Deutschland. Begonnen wurde mit 22 Mitarbeitern, der Mitarbeiterstab ist stetig auf mittlerweile 50 Personen angewachsen. Firmengründer sind Niels Christian Holm und Horst Haake. Kürzlich wurde eine Tochtergesellschaft mit gleicher Ausrichtung in Lublin/Polen gegründet. (07/01/09)



