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Bertelsmann Stiftung: Deutschland bei gesellschaftlichem Zusammenhalt nur Mittelmaß

In der Vergleichsstudie von 34 westlichen Staaten rangiert Deutschland nur im Mittelfeld. Untersucht wurden auch Rahmenbedingungen für starken Zusammenhalt. Demzufolge begünstigen Wohlstand, Einkommensgleichheit und die Entwicklung hin zur modernen Wissensgesellschaft ein gutes gesellschaftliches Miteinander. Entgegen landläufiger Meinungen wirkt sich Zuwanderung nicht negativ aus.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist definiert als die Qualität des gemeinschaftlichen Miteinanders. Gesellschaften mit starkem Zusammenhalt zeichnen sich durch belastbare soziale Beziehungen, eine positive emotionale Verbundenheit ihrer Mitglieder mit dem Gemeinwesen und eine ausgeprägte Gemeinwohlorientierung aus.

“Zusammenhalt ist wichtig für die Zukunft einer Gesellschaft und wirkt sich auf das subjektive Wohlbefinden der Menschen aus: Mehr Zusammenhalt bedeutet mehr Lebenszufriedenheit”, erläuterte Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung, ein zentrales Ergebnis der Studie.

Deutschland rangiert im oberen Mittelfeld des Ländervergleichs. Besonders gut schneidet Deutschland bei der Anerkennung sozialer Regeln ab, während die Identifikation mit dem eigenen Land eher gering ausfällt. Insgesamt hat sich die Position von Deutschland im Zeitvergleich verbessert: Die Menschen haben starke soziale Netzwerke, ein hohes Vertrauen in gesellschaftliche und politische Institutionen und empfinden die gesellschaftliche Situation als gerecht.

Eine mögliche Erklärung für die im Ländervergleich positive Entwicklung Deutschlands in den letzten Jahren ist das relativ gute wirtschaftliche Abschneiden Deutschlands in diesem Zeitraum trotz der Finanzkrise.

Anlass zur Sorge ist die schwache Ausprägung bei der Akzeptanz von Vielfalt. Im Vergleich zu den untersuchten Ländern ist Deutschland in den letzten Jahren sogar zurückgefallen. Die Akzeptanz von Vielfalt ist jedoch in modernen und heterogenen Gesellschaften ein wichtiger Aspekt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Als günstige Bedingungen für starken Zusammenhalt in Gesellschaften haben sich vor allem Wohlstand, eine ausgeglichene Einkommensverteilung und der Aspekt des technologischen Fortschritts hin zur Wissensgesellschaft herausgestellt. Die häufig verbreitete Meinung, dass Einwanderung den Zusammenhalt bedroht, hat sich nicht bestätigt. Der Anteil von Migranten in einer Gesellschaft hat keinen schwächenden Einfluss auf den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt.

(16.7.2013 | Quelle: Bertelsmann Stiftung)

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