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Berthold Leibinger Stiftung finanziert Stiftungsprofessur
Vom kommenden Frühjahr an soll eine Stiftungsprofessur der besonderen Art die Uni Stuttgart bereichern. Sie ist dem Historischen Institut zugeordnet und soll die Wechselwirkungen zwischen Naturwissenschaft, Technik, Gesellschaft und Kultur untersuchen. Finanziert wird sie von der Berthold Leibinger Stiftung mit 1,5 Mio. € auf zehn Jahre. Die Uni hat sich im Gegenzug verpflichtet, sie großzügig auszustatten (zwei volle wissenschaftliche Mitarbeiterstellen, eine Sekretärin sowie die Räume) und sie nach Ablauf der zehn Jahre und positiver Evaluierung mindestens zehn weitere Jahre zu betreiben.
Die Geschäftsführerin der Berthold Leibinger Stiftung Dr. Nicola Leibinger-Kammüller und der Rektor der Universität Stuttgart Professor Wolfram Ressel unterzeichnen am 12. November 2010 den Vertrag.
Mit dieser Professur will die Berthold Leibinger Stiftung die Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Naturwissenschaft, Technik, Gesellschaft und Kultur in historischer Perspektive fördern. Die vertiefte Kenntnis historischer Zusammenhänge soll dabei helfen, Antworten auf die drängenden Fragen nach Bedingungen und Folgen technischen Wandels zu geben.
„Als Geisteswissenschaftlerin lebe ich in meinem beruflichen Alltag als Vorsitzende der Geschäftführung von TRUMPF ständig in diesem fruchtbaren Spannungsfeld zwischen HighTech, wirtschaftlichen Überlegungen und kulturellen Einflüssen. Es macht einen Teil des Erfolgs unseres Unternehmens aus, dass wir technische Prozesse aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten. Der Blick über den Tellerrand hinaus ermöglicht oft überraschende und besonders kreative Lösungen“, berichtet Dr. Nicola Leibinger-Kammüller.
„Die Einrichtung einer solchen Professur fügt sich bestens ein in die Bestrebungen der Universität Stuttgart, im Rahmen der dritten Säule der Exzellenzinitiative die Wechselwirkungen zwischen Technik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur in den Blick zu nehmen“, so Professor Wolfram Ressel. „Die Kombination von Wissenschafts- und Technikgeschichte in einer Professur ist in dieser Form einmalig an einer technisch orientierten Universität in Deutschland, wenn nicht gar in Europa.“
Der/die zukünftige Inhaber/-in der Stiftungsprofessur soll übergreifend mit praktisch allen Fakultäten der Universität zusammenarbeiten und außerdem im Internationalen Zentrum für Kultur und Technikforschung der Universität Stuttgart (IZKT) mitwirken. Die Stiftungsprofessur wird das interdisziplinäre Lehrangebot innerhalb der Heimatfakultät, insbesondere den Master „Wissenskulturen“, mit neuen Ideen bereichern. Überdies sollen in ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studiengängen Lehrveranstaltungen angeboten werden, in denen disziplinübergreifendes Wissen vermittelt und Sensibilität für fächerübergreifende Fragestellungen vermittelt wird – Kernkompetenzen, die auch zur Persönlichkeitsreifung künftiger Führungskräfte dienlich sind. (17/11/10; Quelle: Universität Stuttgart)



