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Brahms-Institut Lübeck erwirbt kostbare Brahms-Handschrift

Auf einer Autographen-Auktion in Berlin hat das Brahms-Institut Lübeck die vollständige Handschrift eines Brahmsliedes erworben. Das der Musikhochschule Lübeck (MHL) angegliederte Institut konnte die Blätter für 70.000 € ersteigern. Die Elfriede Dräger-Gedächtnis-Stiftung und die Possehl Stiftung Lübeck ermöglichten die Neuerwerbung, die die weltweit einzigartige Sammlung des Brahms-Instituts ergänzt.

Das Lied “Agnes” op. 59, Nr. 5 komponierte Brahms im Frühjahr 1873 nach einem Text des Dichters Eduard Mörike. Bei dem dreieinhalb Seiten umfassenden Manuskript handelt es sich um eine Reinschrift von Johannes Brahms. Institutsleiter Prof. Dr. Wolfgang Sandberger: “Sie gehört jetzt zu den Glanzlichtern unserer Sammlung und bietet einzigartige Blicke in die Komponistenwerkstatt von Brahms. Die rhythmischen Verfeinerungen, die Brahms mit Bleistift eingefügt hat, sind in der Handschrift eindrucksvoll nachvollziehbar.” Das einzig erhaltene Autograph des Liedes stammt aus der Sammlung des Schweizers Louis Koch.

Mörikes Gedicht entstand im Sommer 1831. Noch ohne Titel wurde es erstmals in seinem 1832 erschienenen romantischen Künstlerroman “Maler Nolten” gedruckt. Agnes, weibliche Hauptfigur des Romans, trägt das Gedicht vor: “Rosenzeit! Wie schnell vorbei …”. Sie erinnert sich darin ihrer verlorenen Liebe und wird sich der Untreue ihres Geliebten und der eigenen Verlassenheit bewusst.

Johannes Brahms hat Mörikes Volkston in seiner 72 Takte umfassenden Vertonung aufgegriffen. Der kompositorische Clou des Liedes liegt in der kunstvollen Konstruktion des stetig wechselnden Metrums vom Dreier- in den Zweiertakt.

Das Brahms-Institut plant im Sommersemester eine ausführliche Präsentation des spektakulären Neuerwerbs im Rahmen einer Veranstaltung.

(26.3.2015 | Quelle: Musikhochschule Lübeck)

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