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Carl-Zeiss-Stiftung fördert Zukunftswerkstatt für intelligente Fahrzeuge

Im an der Universität Ulm angesiedelten Forschungszentrum für kooperative, hochautomatisierte Fahrerassistenzsysteme und Fahrfunktionen wollen Wissenschaftler automatisierte Fahrzeuge entwickeln, die sich ganz ohne Fahrereingriff sicher durch den Straßenverkehr bewegen. Die Carl-Zeiss-Stiftung hat zugesagt, das Zentrum in den kommenden vier Jahren mit 750.000 € zu unterstützen.

Abstandswarnsysteme, Brems- und Parkassistenten finden sich schon heute in vielen Serienfahrzeugen allerdings erleichtern sie nur bestimmte Situationen im Straßenverkehr. Ulmer Wissenschaftler aus den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und Psychologie wollen diese Technologien erweitern. Die so zu entwickelnden intelligenten Automobile sollen sogar untereinander und mit ihrer Umwelt kommunizieren können und sich individuell auf den jeweiligen Fahrer einstellen. Die Forschungsvision der Wissenschaftler um Professor Klaus Dietmayer, Direktor des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik, hat die Carl-Zeiss-Stiftung überzeugt: Die Förderung erfolgt im Rahmen des Programms zur Stärkung von Forschungsstrukturen an Universitäten 2013.

Die Zahl der Verkehrstoten ist seit einigen Jahren rückläufig, auch dank verbesserter Fahrerassistenzsysteme. Analysen schwerer Unfälle zeigen jedoch, dass weiter optimierte Assistenzsysteme und insbesondere das hochautomatisierte Fahren die Unfallzahlen weiter senken könnten. “Solche selbst steuernden Fahrzeuge würden zudem älteren Menschen helfen, trotz altersbedingter Einschränkungen länger mobil zu bleiben”, erklärt Professor Klaus Dietmayer, Sprecher des Zentrums. “Dazu kommt der Wunsch vieler Autofahrer nach Komfort.” Bei Routinefahrten, häufig im zäh fließenden Verkehr, hätten die Fahrer den Kopf frei, um zum Beispiel E-Mails zu lesen.

Autos, die untereinander sowie mit der Verkehrsinfrastruktur vernetzt sind, tragen womöglich zu einer effizienteren Nutzung des Straßennetzes bei. Sie bräuchten weniger Treibstoff, würden also weniger Kohlenstoffdioxid ausstoßen.

Und so könnten die technischen Rahmenbedingungen der (hoch-)automatisierten Fahrzeuge aussehen: Sensoren senden die nötigen Umweltinformationen an das Auto. Dann analysieren integrierte Mini-Computer die Daten, vergleichen sie mit der eigenen Wahrnehmung durch bordeigene Sensoren, planen die nächsten Manöver und steuern Bremse, Gas und Lenkrad an. Über Funkmodule können die Autos untereinander beziehungsweise mit ihrer Umgebung kommunizieren und nahende Fahrzeuge zum Beispiel vor Staus oder Baustellen warnen. Multimodale Bedienkonzepte im Auto erlauben die flexible Interaktion mit dem Fahrer.

In den kommenden Jahren wollen die Wissenschaftler die Fähigkeiten eines menschlichen Fahrers teilweise auf Automobile übertragen. Sie planen, eine robuste 360-Grad-Erfassung der Fahrumgebung zu entwickeln und das Situationsverstehen der Autos zu verbessern. Dazu soll das Fahrzeug auch in eine intelligente Verkehrsinfrastruktur eingebunden werden und aktiv mit benachbarten Fahrzeugen kommunizieren. Weiterhin will die Gruppe zu neuen Kombinationsmethoden von Kameras, Radaren sowie Lasersystemen forschen und letztlich innovative Methoden für die Regelung hochautomatisierter Fahrfunktionen vorstellen.

“Aus psychologischer Sicht untersuchen wir, wie Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer hochautomatisierte Fahrfunktionen schätzen und akzeptieren, und was der Umgang mit ihnen bewirkt”, erklärt Psychologieprofessorin Anke Huckauf.

(25.7.2013 | Quelle: Universität Ulm)

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