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Clemens-Stiftung errichtet Stiftungsprofessur für personalisierte Medizin

Für die nächsten fünf Jahre fördert die Stiftung einen Lehrstuhl für "zielgerichtete personalisierte medikamentöse Krebstherapie" am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) mit 500.000 €.

Das Klinikum hat sich verpflichtet, die Summe um den gleichen Betrag aufzustocken. So können nun Medikamente entwickelt werden, die die körpereigenen Krebszellen eines Patienten attackieren, sein gesundes Gewebe aber weitgehend unbeeinflusst lassen. So können Wirkungen maximiert und Nebenwirkungen reduziert werden.

Das UKE hat sich entschieden, die Margarete Clemens-Stiftungsprofessur mit Prof. Dr. Martin Trepel zu besetzen. Trepel verfolgt schon seit vielen Jahren verschiedene Ansätze, Medikamente zielgenauer auf Tumorzellen auszurichten. Er war bislang in Deutschland an den Universitäten Freiburg, Tübingen und Hamburg tätig, außerdem in den USA an Forschungsinstituten in San Diego sowie der Universität von Texas.

So verschieden Menschen sind, so unterschiedlich reagieren sie auf Medikamente und Therapien. Das ist keine wirklich neue Erkenntnis. Schon seit Jahrzehnten werden Medikamente in Abhängigkeit vom Körpergewicht dosiert. In den letzten Jahren ist aber die Erkenntnis gewachsen, dass man durchaus noch viel genauer hinsehen sollte, um Medikamente optimal einzusetzen. Zum Beispiel auf der Basis der genetischen Ausstattung des Patienten, der spezifischen Oberfläche seiner Krebszellen oder der feinen, ausgeklügelten Regulationsmechanismen in seinem Körper.

Genau hier setzt die Arbeit von Trepel an. Besonderes Aufsehen hat seine Methode erregt, evolutionäre Prozesse nachzubilden, um Vehikel (Vektoren) zu entwickeln, die zielgerichtet und individuell in erkrankte Zellen eindringen und genetisch umprogrammieren können. Bei multipler Sklerose wird das Verfahren derzeit in experimentellen Modellen erprobt, nun soll es auch für Brustkrebs weiterentwickelt werden.

Zudem kann Trepel verschiedene Oberflächenstrukturen von Lymphozyten identifizieren, die eine entartete Zelle von einer gesunden unterscheiden. Mittelfristig ist es u.a. das Ziel der personalisierten Medizin, hier zu identifizieren, welche dieser Strukturen bei einem Patienten tatsächlich vorliegen um dann spezifische Medikamente zu entwickeln, die genau an diesen Strukturen ansetzen und so die Funktion der Krebszelle hemmen.

Die Margarete Clemens-Stiftung ist eine nichtrechtsfähige Stiftung, die vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft treuhänderisch verwaltet wird. Sie wurde testamentarisch von Frau Margarete Clemens mit dem Ziel errichtet, Wissenschaft und Forschung zur Bekämpfung von Krebskrankheiten zu fördern. Mit der Stiftung will die 2009 verstorbene Stifterin zur Bekämpfung einer Krankheit beitragen, an der ihr einziger Sohn und ihre beiden Ehemänner verstarben.

Neben der Stiftungsprofessur fördert die Clemens-Stiftung derzeit an der Charité in Berlin ein Forschungsprojekt zur Implementierung und wissenschaftlichen Evaluation eines integrativen Behandlungskonzepts bei Brust- und Darmkrebserkrankungen. Die Stiftung nimmt in begrenztem Umfang weitere Anträge entgegen, die sich mit personalisierten Ansätzen in der Onkologie beschäftigen.

(18.11.2013 | Quelle: DSZ – Deutsches Stiftungszentrum)

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