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DBU begrüßt strengere Grenzwerte für Holzöfen

"Die Feinstaubbelastung der Luft ist ein ernstes Gesundheitsproblem. Ich halte die ab 1. Januar verschärften Grenzwerte für Kaminöfen deshalb für absolut notwendig", erklärte Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Nach Angaben des Umweltbundesamtes verursacht die Umweltbelastung jährlich 47.000 vorzeitige Todesfälle. “Heizen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz schont zwar die Ressourcen Öl und Gas und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, weil es nur so viel Kohlendioxid freisetzt, wie beim Wachsen des Baumes gebunden wurde. Doch die Kehrseite der Medaille ist unter anderem ein erhöhter Ausstoß von gesundheitsschädlichem Feinstaub”, warnt Bottermann. Die Folgen können entzündete Atemwege, Asthma, Lungenkrebs bis hin zum Herzinfarkt sein.

“Vor dem Hintergrund, dass die Belastung der Luft mit inhalierbarem Feinstaub in Deutschland insbesondere in städtischen Ballungszentren immer noch viel zu hoch ist, kommt einer Verringerung von Emissionen von Holzfeuerungen eine große Bedeutung zu”, betont Bottermann im Zusammenhang mit der zum Jahresbeginn in Kraft tretenden zweiten Stufe der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV). Das zunehmende Heizen mit Holz bzw. Holzpellets treibe den Feinstaubausstoß nach oben. Derzeit sind deutschlandweit etwa 15 Millionen kleinere bis mittlere Kaminöfen und Heizkessel installiert. Jährlich kommen über 200.000 neu in Betrieb genommene Holzfeuerungen dazu. In Deutschland seien die jährlichen Emissionen an gesundheitsschädlichem Feinstaub aus diesen Anlagen in Haushalten und Kleingewerbe in etwa so hoch wie aus den Motoren von Pkw, Lkw und Motorrädern.

Als Reaktion und dringend notwendige Maßnahme gegen die steigende Feinstaubbelastung gilt ab dem ersten Januar für neu installierte sogenannte Kleinfeuerungs- bzw. Einzelraumfeuerungsanlagen die zweite Stufe der 1. BImSchV mit etwa 40 Prozent strengeren Grenzwerten wie bisher: 1,25 Gramm Kohlenmonoxid und 0,04 Gramm Staub pro Kubikmeter. Für Holzpelletöfen gelten mit 0,25 Gramm Kohlenmonoxid und 0,03 Gramm Staub noch strengere Werte. Doch etwa die Hälfte der bestehenden Anlagen sei älter als 20 Jahre und verantwortlich für zwei Drittel der Gesamtstaubbelastung aus Feuerungsanlagen. Diese müssen entweder nachgerüstet, also mit einem Filter versehen, oder nach entsprechenden Übergangszeiten ausgetauscht werden.

Die DBU will diesen Kurs zum Senken der Feinstaubbelastung unterstützen, gleichzeitig aber ressourcenschonendes Heizen vorantreiben. Seit Beginn ihrer Arbeit 1991 fördert die Stiftung innovative Projekte zur technischen Verbesserung von Öfen und Kaminen. 2012 hat sie außerdem das inzwischen ausgelaufene Förderprogramm “Emissionsminderung biomassebetriebener Kleinfeuerungsanlagen” ins Leben gerufen. Damit hat sie den Herstellern geholfen, die strengen Anforderungen einzuhalten, die Umwelt zu entlasten und Gesundheit zu schützen.

“Die technische Umsetzung zum Einhalten der strengen Grenzwerte ist zwar eine große, jedoch lösbare Herausforderung. Sie kann alleine aber nicht ausreichen. Genauso wichtig ist es, mit Heizkesseln, Kaminen und Kaminöfen verantwortungsvoll umzugehen und sie fachgerecht zu betreiben”, betont Dirk Schötz, DBU-Referatsleiter für Klimaschutz und Energie. Dazu gehöre in erster Linie die richtige Wahl der Brennstoffe. Es dürfe nur naturbelassenes und unbehandeltes Holz verfeuert werden in Form von Holzscheiten, Briketts, Pellets oder Hackschnitzel. Das Verfeuern von nassem oder beschichtetem Holz oder gar von Abfall treibe den Ausstoß von Schadstoffen dramatisch in die Höhe.

(29.12.2014 | Quelle: Deutsche Bundesstiftung Umwelt)

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