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Detektive am Mikroskop: Auf der Jagd nach illegalem Tropenpapier
Mit rund 284.000 € unterstützt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ein Forschungsvorhaben der Technischen Universität Darmstadt, in dem Methoden zur schnellen und eindeutigen Bestimmung von Baumarten in Papier- und Zellstoffprodukten entwickelt werden sollen. Kooperationspartner sind das Zentrum Holzwirtschaft - Chemische Holztechnologie der Universität Hamburg und die ISEGA Forschungs- und Untersuchungsgesellschaft in Aschaffenburg.

Im nun von der DBU geförderten Projekt sollen geeignete und wirtschaftliche Prüfverfahren entwickelt werden, um Tropenholzfasern in Papier und Zellstoff sicher identifizieren zu können. Foto: © TU Darmstadt
„Anhand einzelner Holzfaserproben aus den Produkten wollen wir schnell, wirtschaftlich und eindeutig ermitteln können, ob die für das Papier oder den Zellstoff verwendeten Hölzer aus tropischen Regenwäldern oder von geschützten Arten stammen“, brachte Projektleiter Dr. Heinz-Joachim Schaffrath vom Fachgebiet Papierfabrikation und Mechanische Verfahrenstechnik an der Uni Darmstadt die Projektziele auf den Punkt.
„Im ersten Schritt soll ein Faseratlas für mindestens 20 bis 30 relevante Tropenhölzer entstehen. Dieser wird die Faserformen und -strukturen bildlich darstellen und eine Identifizierung der Fasern durch Lichtmikroskopie erleichtern“, erläuterte Dr. Jürgen Odermatt vom Zentrum Holzwirtschaft – Chemische Holztechnologie der Uni Hamburg. Im zweiten Schritt stehe dann das Entwickeln eines passenden Mikroskopieverfahrens im Fokus. „Geprüft werden als potenzielle Möglichkeiten auch die Rasterelektronenmikroskopie und die Chemotaxonomie, also die Analyse der biochemischen Zusammensetzung“, so Odermatt. In einem dritten Schritt werde dann die Lichtmikroskopie so weit wie möglich automatisiert, um Zeitaufwand und Kosten bei der Papierüberprüfung zu verringern.
„Große Teile der weltweit produzierten Papier- und Zellstoffprodukte kommen mittlerweile aus China. Dafür importiert das Land auch große Mengen Tropenholz, zum Beispiel aus Indonesien. Durch diese langen Transport-, Handels- und Produktionsketten ist es aber schwierig, die Legalität des geschlagenen Holzes lückenlos nachzuweisen. Unser zweijähriges Projekt soll da sichere Entscheidungskriterien schaffen“, erklärte Schaffrath.
„Von einem praxistauglichen und gerichtsfesten Prüfverfahren werden auch die betroffenen Importeure und Unternehmen profitieren. Sie können einen einfachen und schnellen Nachweis für die Legalität ihrer Ware erbringen. Konkurrenten, die mit illegalen Produkten handeln, werden so vom Markt abgewehrt, und der Wettbewerb wird deutlich weniger verzerrt“, erläuterte ISEGA-Geschäftsführer Dr. Ralph Derra abschließend. (13/10/11; Quelle: Deutsche Bundestiftung Umwelt)



