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Deutsche Stiftung Organtransplantation will sich auf Kernprozesse und Qualität konzentrieren

"Durch eine gute, transparente und klar strukturierte Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass das Vertrauen in das Transplantationssystem wieder gestärkt wird", erklärt der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Dr. Axel Rahmel, anlässlich des zehnten DSO-Jahreskongress in Frankfurt. Dazu rückt die Stiftung eine umfassende Qualitätssicherung aller Abläufe rund um die Organspende in den Mittelpunkt.

Seit 2010 ist die Anzahl der Organspender um fast ein Drittel zurückgegangen. Auch die ersten drei Quartale des aktuellen Jahres zeigen immer noch einen Rückgang von knapp vier Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. “Die Manipulationen der Wartelisten und dadurch der Vergabe der Spenderorgane haben der Organspende immens geschadet”, so Rahmel. “Die Verunsicherung betrifft sowohl Teile der Bevölkerung als auch die Mitarbeiter in den Kliniken selbst. Aber auch andere Faktoren können zur Erklärung beitragen, etwa geänderte Behandlungsstrategien von Patienten mit schwerer Hirnschädigung, zu denen auch frühzeitige Therapielimitierungen unter Berücksichtigung des Patientenwillens gehören.”

Gemeinsam mit den Krankenhäusern arbeitet die DSO derzeit an einer systematischen Datenerhebung und Analyse aller Todesfälle auf den Intensivstationen nach primärer oder sekundärer Hirnschädigung. Mit Hilfe des durch die Koordinierungsstelle zur Verfügung gestellten Softwareprogramms Transplantcheck soll als eine wichtige Maßnahme der Qualitätssicherung ein transparenteres Bild der möglicherweise komplexen Ursachen des Rückgangs der Spenderzahlen ermittelt werden.

Laut DSO-Vorstand gibt es aber auch leise Anzeichen dafür, dass die intensiven Umstrukturierungen und Neuregelungen das Vertrauen in die Transplantationsmedizin wieder aufbauen: “Betrachten wir als Frühindikator die Zustimmungsraten zur postmortalen Organspende in Angehörigengesprächen, stellen wir fest, dass sie in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres wieder angestiegen sind, auf rund 63 Prozent. Im letzten Jahr waren sie noch deutlich von 62,5 auf 54,2 Prozent gesunken.” Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte sich die Anzahl der Organspender zum Ende des Jahres zumindest auf dem Vorjahresniveau wieder stabilisieren”, hofft Rahmel.

Die DSO sei gesetzlich beauftragt, Verfahrensanweisungen zu erarbeiten, die die Zusammenarbeit aller Partner zur Organentnahme bei verstorbenen Spendern und die Durchführung aller bis zur Übertragung erforderlichen Maßnahmen – mit Ausnahme der Vermittlung – verbindlich regeln. Rahmel: “Wir werden die enge Zusammenarbeit mit den Entnahmekrankenhäusern weiter stärken und unsere Unterstützungsangebote intensivieren. Durch individuelle Bedarfsanalysen wollen wir die Strukturen und Abläufe in den Kliniken gemeinsam kontinuierlich weiter verbessern.”

(3.11.2014 | Quelle: Deutsche Stiftung Organtransplantation)

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