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Deutsche Stiftung Patientenschutz: Entscheidende Schritte zur Reform der Organspende fehlen

Ein Jahr nach Bekanntwerden der Organspende-Skandale sei die Reform noch nicht entscheidend vorangekommen, kritisierte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch.

Die Patientenschützer begrüßen zwar, dass der Gesetzgeber Manipulationen an der Warteliste unter Strafe gestellt hat. Zudem muss das Bundesgesundheitsministerium jetzt die Richtlinien der Bundesärztekammer für die Verteilung von Organen genehmigen. “Somit kann sich der Gesundheitsminister seiner Verantwortung für das Regelwerk der Bundesärztekammer nicht mehr entziehen. Ohne den öffentlichen Druck wäre das nicht möglich gewesen. Denn die Probleme sind jahrelang bekannt”, so Brysch.

Weiter kritisieren die Patientenschützer jedoch die fehlende Transparenz. So hätten Schwerkranke auf der Warteliste kein Recht darauf, zu erfahren, auf welchem Platz sie stehen. Ebenso sei ihr Rechtschutz nicht klar geregelt. Es fehle an Vertrauen, weil die privaten Akteure sich auch künftig selbst kontrollieren. Es könne nicht sein, dass eine Prüfkommission mit Akteuren des Transplantationssystems besetzt ist, die die Prüfungen neben ihrem Beruf organisieren.

Allein für die 2.250 Lebertransplantationen aus den Jahren 2010 und 2011 habe das Gremium über ein Jahr gebraucht. Auf diese Ergebnisse warte die Öffentlichkeit immer noch. Die Mehrheit der Transplantationen aus diesen Jahren seien noch gar nicht geprüft worden, dazu gehören Herz-, Nieren- und Lungentransplantationen. “Ebenso ist die private Stiftung Deutsche Stiftung Organspende kein Erfolgsmodell”, so Brysch. “Zwar wurden hunderte Millionen Euro ausgegeben, das Vertrauen der Bevölkerung ist jedoch nicht gewachsen, und es gibt auch nicht mehr Organspender.“

(19.7.2013 | Quelle: Deutsche Stiftung Patientenschutz)

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