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Deutschlands erste Kutscherausbildung für Rollstuhlfahrer startet

Im südbadischen Murg-Hänner hat die Initiative "Rollikutscher" begonnen. Deutschlandweit sei dies die erste Kutschausbildung, die speziell auf Rollstuhlfahrer zugeschnitten ist, so Jutta Lehmeyer von der Interessengemeinschaft Fahren für Menschen mit Behinderung e.V.

Ziel der Initiative ist es, Rollstuhlfahrern eine aktive, gleichberechtigte Teilnahme an dieser Freizeitmöglichkeit zu ermöglichen: Statt lediglich passiv in einer Kutsche mitgenommen zu werden, lernen Rollstuhlfahrer, die Kutsche eigenständig selbst zu fahren und erwerben den offiziell gültigen Kutschenschein, der auf die Teilnahme im Straßenverkehr vorbereitet.

Für diesen Zweck wurde eine knapp 7 000 € teure Spezialkutsche mit speziellem Bremssystem und Rampen für die “Rollikutscher” angefertigt. Am 20. Juni 2015 wird diese Kutsche auf dem Behringer Hof in Murg-Hänner angeliefert. An diesem Tag findet auch die erste Infoveranstaltung mit interessierten Rollstuhlfahrern statt. Zehn Rollstuhlfahrer haben sich zu der Veranstaltung bereits angemeldet.


Foto: Initiative Rollikutscher

Ein großer Vorteil am Kutschfahrten im Gegensatz zu anderen Sportarten: Die Rollstuhlfahrer üben sie nicht separat aus, sondern können gemeinsam mit Familien und Freunden auf Tour gehen. Bis zu vier Leute passen auf die “Rollikutsche”. “Es ist gelebte Inklusion”, so Heidi Behringer, die Initiatorin des Projekts.

Die “Initiative Rollikutscher” ist Teil der Lebenshilfe Südschwarzwald, einem gemeinnützigen Verein für Menschen mit Handicap und deren Angehörige. Etwa die Hälfte der Kosten sind über Spenden bereits gedeckt. Für die weitere Finanzierung der Kutsche und die Ausbildung der Rollfahrer sind weitere Spenden sehr willkommen.

(8.7.2015 | Quelle: Initiative Rollikutscher)

Website des Behringer Hofs

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