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Dokumentation des Niedersorbischen in Brandenburg
Die Cottbuser Zweigstelle des Sorbischen Institutes hat den Aufbau eines digitalen Textkorpus niedersorbischer Dialekte gestartet, um diese nur noch von der ältesten Generation gesprochene Form des Niedersorbischen zu dokumentieren, bevor sie ausgestorben ist. Die VolkswagenStiftung unterstützt das Vorhaben in ihrer Förderinitiative "Dokumentation bedrohter Sprachen" (DoBeS) zunächst für ein Jahr. Die Fördermittel in Höhe von 100.000 € für die Pilotphase sollen vor allem für Tonaufnahmen mit Muttersprachlern und für deren Verschriftlichung verwendet werden.
Das so entstehende Textkorpus auf Audiobasis wird die noch heute im Alltag verwendeten niedersorbischen Dialekte dokumentieren und darüber hinaus in Zukunft als Grundlage für weitere Forschungen dienen.
Das Projekt unter der Leitung von Dr. Hauke Bartels, Leiter der Abteilung für niedersorbische Forschungen in Cottbus, ist Teil eines längerfristig angelegten umfangreichen Forschungsvorhabens zur möglichst vollständigen Dokumentation der stark bedrohten niedersorbischen Sprache. Mit der Bewilligung des Korpusprojekts durch die VolkswagenStiftung wurde erstmals eine deutsche Minderheitensprache in das renommierte DoBeS-Programm aufgenommen.
Bereits seit 2000 unterstützt die VolkswagenStiftung mit ihrer Förderinitiative Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Disziplinen und Länder bei der Dokumentation bedrohter Sprachen. Die gesammelten Daten wurden bisher am Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen digital archiviert. Deren Bestände sowie große Sprachkorpora vieler anderer Wissenschaftler gehen in das neu gegründete “Language Archive” ein, das von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Königlich-Niederländischen Akademie der Wissenschaften (KNAW) getragen wird. Mit derzeit etwa 80 Terabyte an Daten aus etwa 200 Sprachen ist es bereits jetzt das größte Sprachenkorpus der Welt. (02/01/12; Quelle: VolkswagenStiftung)



