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Dr. Scheller Stiftung fördert Sicherung von Saurierfund

Der Posidonienschiefer in Schandelah bei Braunschweig hat nach 180 Millionen Jahren den ersten Saurier wieder freigegeben, einen Ichthyosaurier (Fischsaurier). Es handelt sich um den ersten Saurierfund dieser neuen Grabungsstelle in Braunschweig, die seit Sommer 2014 vom Naturhistorischen Museum in Zusammenarbeit mit der Dr. Scheller-Stiftung und dem Geopark Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen untersucht wird.

Wie üblich wurde der Fund unter Geheimhaltung geborgen und in die Präparationswerkstätten des Naturhistorischen Museums gebracht. Um welchen Ichthyosaurier es sich handelt – ob um eine bekannte oder eine neue Art –, wird sich erst nach der Präparation des Fundes zeigen, die mehrere Monate in Anspruch nehmen wird.

Die ungewöhnliche Dichte an Saurierfunden im Braunschweiger Land – der neue Ichthyosaurier ist bereits der sechste Saurierfund des Naturhistorischen Museums in zehn Jahren – erklärt sich aus der Geologie der Region. Braunschweig und seine Umgebung zählen zu den wenigen Orten in Norddeutschland, in der die Schicht des Lias epsylon bis an die Erdoberfläche heranreicht. Damit versprechen gezielte Grabungen wertvolle Funde und Erkenntnisse zur Tier- und Pflanzenwelt des Unterjura (ca. 199-175 Millionen Jahre v.Chr.).

Wissenschaftler des Naturhistorischen Museums konnten in den Jahren 2011 und 2012 in den Ortschaften Cremlingen und Hondelage mehrere spektakuläre Ichthyosaurier-Funde vermelden, mit Acamptonectes densus gelang sogar die aufsehenerregende Entdeckung einer neuen Saurier-Gattung aus der Unterkreide. Da die Erforschung des norddeutschen Jurameeres im Vergleich zu den bekannten Gebieten in Süddeutschland (vor allem Holzmaden bei Stuttgart) noch in den Anfängen steckt, sind die systematischen Grabungen in Braunschweig umso bedeutender für die Forschung.

Die Dr. Scheller Stiftung wurde 2009 von den Eheleuten Kristiane und Dr. Rüdiger Scheller in Braunschweig gegründet. Die Stiftung fördert mit ihren Mitteln vorwiegend Projekte und Einrichtungen, die sich im Braunschweiger Land um die Erkundung, Sicherung und Eröffnung naturräumlicher Strukturen sorgen. Dabei gilt das besondere Augenmerk den paläontologischen und biologischen Schätzen. 2013 erwarb die Stiftung aus Eigenmitteln das Grundstück Steinbruch Schandelah zur Realisierung des Geopunkt-Projekts.

(5.6.2015 | Quelle: 3Landesmuseen Braunschweig)

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