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Erneuerte Fassade für Neue Synagoge in Essen
Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Fassadensanierung des jüdischen Gotteshauses
Vor vier Jahren half die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) der Jüdischen Kultusgemeinde in Essen bei der Sanierung der Mikwe in der Neuen Synagoge in der Sedanstraße. Jetzt unterstützt sie die Fassadensanierung des Gotteshauses, für die auch das Land und die Bezirksregierung Mittel zur Verfügung stellen. Den Fördervertrag der Stiftung in Höhe von 30.000 € findet der Vorsitzende der Kultusgemeinde, Jewgenij Budnizkij, in diesen Tagen auf seinem Schreibtisch.
Von den in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg erbauten Synagogen entstand eine erste von 1948 bis 1951 in Saarbrücken, eine zweite von 1951 bis 1952 in Stuttgart. Eine dritte sollte 1959 in Essen auf dem Grundstück des von Erich Mendelsohn erbauten ehemaligen jüdischen Jugendheimes als Teil eines jüdischen Gemeindezentrums entstehen. Den ausgelobten Architektenwettbewerb gewannen Dieter Knobloch und Heinz Heise, das Projekt wurde zu einem großen Teil aus amerikanischen Spenden finanziert.
Das Gemeindezentrum besteht aus dem dreigeschossigen, flach gedeckten Gemeindehaus, das als leicht gekurvte Querspange zwischen zwei Straßenzügen liegt. Die beiden Verbindungstrakte sind eingeschossig. Der Betsaal, der 200 Personen Platz bietet, erhebt sich auf einem Betonsockel über einem kreisförmigen Grundriss. Die halbkugelförmige Halle ist mit Kupferblech gedeckt. Der Haupteingang befindet sich in einem kleinen, mit einem Wandrelief geschmückten Querbau. Neben dem Eingang erinnern Gedenktafeln an die in Essen und Europa ermordeten Juden.
Das Licht im Inneren kommt allein von oben. Die geschlossene Schale löst sich im Kuppelscheitel in einem kreisrunden Lichtfeld aus zylindrischen Glasbausteinen in einen Davidstern auf. Bis zur mittleren Höhe senken sich von den Sternspitzen Reihen sich vergrößernder Lichttrapeze herab. Dem Eingang gegenüber ist in einem in dunklem Holz gearbeiteten Dreieckspaneel der Thoraschrank eingelassen, den ein mit dem siebenarmigen Leuchter und der Krone bestickter Samtvorhang verhüllt. Über dem Schrank, den stelenartige Tafeln mit den Symbolen der 12 Stämme Israels rahmen, brennt das ewige Licht. Daneben befinden sich die Sitze für Rabbiner und Kantor, davor steht das Lesepult für die Thorarollen. Ein Messinggitter grenzt diesen Bezirk ein. Ein äußeres Gestühl folgt dem Kreisrund der Halle, das innere steht konzentrisch zum Thoraschrank.
Die bereits im dritten Bauabschnitt befindlichen Sanierungsarbeiten an der Fassade betreffen insbesondere die Betonsanierung der Außenwände, bei der die Konstruktion freigelegt, gereinigt und behandelt werden muss. Des Weiteren sind auch am Ziegelsichtmauerwerk die Spuren der Zeit zu beseitigen.
Die Synagoge ist eines von über 270 Projekten, die die 1985 gegründete Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte. Dazu gehören unter anderem Schloss Barntrup, die Windmühle in Ennigerloh und Hof Grube in Lüdinghausen. (15/09/11; Quelle: DSD)



