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Erste Stiftungsprofessur für behindertenorientierte Zahnmedizin in Deutschland

Die Universität Witten/Herdecke hat Prof. Dr. Andreas Schulte auf den bundesweit ersten Lehrstuhl für Behindertenorientierte Zahnmedizin berufen. Die Software AG-Stiftung und die Mahle-Stiftung ermöglichen das Projekt im Rahmen eines Stiftungslehrstuhls.

Prof. Dr. Andreas Schulte (Foto: UW/H)

Der 59-Jährige hat an der Universität Münster Zahnmedizin studiert und war dort bis 1991 zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und später Oberarzt tätig. Danach wechselte er an die Universität Marburg in die Abteilung für Kinderzahnheilkunde, wo im Jahre 1996 seine Habilitation erfolgte. Im Jahre 1998 wechselte er als leitender Oberarzt an die Abteilung für Zahnerhaltung der Universität Heidelberg, wo er im Jahre 2002 zum außerplanmäßigen Professor ernannt wurde.

Obwohl Prof. Schulte in verschiedenen Abteilungen tätig war und auch eine Weiterbildung zum Fachzahnarzt für Oralchirurgie erfolgreich abschloss, hat er sich kontinuierlich dem Thema der Behandlung von Menschen mit Behinderungen gewidmet. Das ist einerseits ein Beleg für die Interdisziplinarität des Themas, zeigt aber auch, dass das Fach bisher in Deutschland nicht institutionell vertreten ist.

“Die zahnärztliche Behandlung von Menschen mit Behinderungen ist ein wichtiges Thema, dem bisher auf universitärer Seite nicht genug Augenmerk geschenkt wurde”, so Schulte. “Durch die Schaffung des neuen Lehrstuhls wird das nun anders und das Thema erfährt die Aufmerksamkeit, die es auch verdient.”

Möglich machen dieses richtungsweisende Projekt die Software AG-Stiftung, die die Finanzierung des Stiftungslehrstuhls für fünf Jahre übernimmt, sowie die Mahle-Stiftung, die als Co-Förderer zunächst für ein Jahr im Boot ist.

Bereits im Jahr 1987 wurde an der ersten privaten Universität Deutschlands die Sektion „Special Care“ ins Leben gerufen, die sich mit der Behandlung von Menschen mit Behinderungen befasst. Seit 2001 bildet die Uni alle angehenden Zahnärzte auch für die Behandlung von Patienten mit Behinderungen aus.

“Die zahnärztliche Versorgung von Menschen mit Behinderungen ist leider immer noch unzureichend”, erläutert Prof. Schulte. Gründe seien mangelnde Behandlungskooperation, Angst vor der Behandlung und eine eingeschränkte Zahn- und Mundhygiene. “Einen angemessenen Umgang mit diesen Patienten lernt man normalerweise nicht im Zahnmedizinstudium. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert.”

(7.5.2015 | Quelle: Universität Witten/Herdecke)

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