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Franckesches Wohnhaus wird wiedereröffnet
Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wird am 14. November 2008 das Wohnhaus August Hermann Franckes, dem Hauptvertreter des Hallischen Pietismus, feierlich wiedereröffnet und steht zukünftig allen Besuchern und Interessierten offen. Von hier aus leitete Francke den Aufbau seines sozialen und pädagogischen Reformwerkes Das Haus war Nukleus und Ausgangspunkt seiner weitreichenden Unternehmungen, deren Spuren man heute noch in Gesellschaft, Religion und Kultur finden kann.
Mit dem Info-Zentrum, dem Francke-Kabinett und der Bibelmansarde bildet das Francke-Wohnhaus heute wieder das Zentrum der Franckeschen Stiftungen.
Die Franckeschen Stiftungen zu Halle, gegründet 1695 als pietistisches Sozial- und Bildungswerk, sind auch heute als moderner Bildungskosmos eng mit ihrer Geschichte verbunden. Sie fühlen sich einem doppelten Vermächtnis verpflichtet: der Verantwortung für die Rettung und dauerhaften Erhaltung des Gebäudeensembles und der historischen Sammlungen sowie dem Auftrag, die Ideen und Traditionen ihres Gründers in die Zukunft zu führen. Sie sehen sich heute in der Verpflichtung, sowohl dem materiellen als auch dem ideellen Erbe gerecht zu werden.
Seit der Wiederbelebung der Stiftungen 1992 wurden in den historischen Gebäuden Einrichtungen angesiedelt, die mit den Ideen und dem Werk Franckes in enger Beziehung stehen. Mit ihren 23 Partnereinrichtungen auf dem Gelände sind die Stiftungen heute ein einzigartiges Zentrum kultureller, wissenschaftlicher, pädagogischer, sozialer und christlicher Einrichtungen, ein Komplex mit Kindergärten, Kinderkreativzentrum, Schulen, einem Haus der Generationen, einer Jugendwerkstatt, einem Bibelzentrum, traditionsreichen Gewerbebetrieben, aber auch mit Archiv, Bibliotheken, musealen Einrichtungen, universitären wie außeruniversitären Forschungseinrichtungen und vielem mehr. Über 4000 Menschen lernen, lehren, arbeiten und leben heute wieder in den Franckeschen Stiftungen.
Die Stiftungen veranstalten jährlich eigene kulturelle und wissenschaftliche Jahresprogramme, die etwa 100 Veranstaltungen – Ausstellungen, Vortragsreihen, wissenschaftliche Konferenzen, Konzerte, Feste und Kinder- und Familienangebote umfassen. Die Themen dieser Jahre bewegen sich auf der Schnittstelle von aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen und Inhalten der Stiftungsarbeit gemäß ihrer Traditionen. Sie sind federführend bei den städtischen Themenjahren “Halle an der Saale–Antworten aus der Provinz 2000-2006”, an denen die gesamte Bandbreite der kulturellen, wissenschaftlichen, sozialen, pädagogischen, religiösen und anderer gesellschaftlicher Kräfte der Stadt Halle mitwirkt.
Im Bildungskosmos Franckesche Stiftungen sind die Bildungsstufen von der Kinderkrippe bis zur Universität vertreten. Die Stiftungen tragen selbst museale Einrichtungen und unterhalten ein reges Ausstellungswesen. Zudem tragen sie das Studienzentrum August Hermann Francke sowie zusammen mit der Martin-Luther-Universität das Interdisziplinäre Zentrum für Pietismusforschung, außerdem ein Kinderkreativzentrum, drei Kindertagesstätten und einen Grundschulhort, weitere vier Schulen sind auf dem Gelände angesiedelt. Der Erwerb sozialer Kompetenzen sowie einer umfassenden kulturellen Bildung mit Schwerpunkt auf musischer Bildung, interkulturellen Erfahrungen und dem Erlernen alter und neuer Sprachen charakterisiert die schulische Programmatik in den Stiftungen. Schüler und Studierende, pädagogische, kulturelle und wissenschaftliche Praxis sind auf vielen Ebenen und auf vielfältigste Weise miteinander vernetzt. Ein Haus der Generationen, in dem Schüler und ältere Menschen gemeinsam lernen und leben, wurde im Januar 2005 eröffnet.
Das Zentrum kindgerechter kultureller Bildung in den Stiftungen ist das Kinderkreativzentrum Krokoseum im Historischen Waisenhaus. Hier stehen museums- und kulturpädagogische Angebote für Kinder bis 12 Jahren und für Familien im Vordergrund der Arbeit. In Kooperation mit dem Kinderbüro der Stadt werden Partizipationsprojekte durchgeführt. (11/11/08)



