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Frauen und Technik

Einblicke bieten in die Ausbildung und den Berufsalltag von Ingenieuren und Wissenschaftlern - das ist das Ziel der Junior-Ingenieur-Akademie, einem Modellprojekt der Deutsche Telekom Stiftung. Um den Mädchenanteil in den Akademien deutlich zu erhöhen und damit dazu beizutragen, mehr weibliche Nachwuchskräfte für technische Berufe zu gewinnen, richtet die Telekom-Stiftung zum Schuljahr 2009/2010 je eine Junior-Ingenieur-Akademie an den Bonner Mädchengymnasien Liebfrauenschule und St. Adelheid ein. Das sind zwei weitere von bundesweit nun insgesamt zwölf Netzwerken aus Schule, Wirtschaft und Wissenschaft, die die Telekom-Stiftung unterstützt.

Foto: Telekom-Stiftung

45 Acht- und Neunklässlerinnen der beiden Bonner Schulen erfahren in den folgenden zwei Schuljahren wie Ingenieure und Wissenschaftler arbeiten. Die Schülerinnen erwerben theoretisches Wissen und machen praktische Erfahrungen in den Bereichen Robotik, Simulation, Maschinenbau und Informatik (Liebfrauenschule) sowie Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Maschinenbau (St. Adelheid-Gymnasium). „Die Deutsche Telekom Stiftung engagiert sich für einen höheren Frauenanteil in technischen Berufen, denn Deutschland kann es sich nicht leisten, gerade in diesem Bereich Potenziale zu vernachlässigen“, erläutert Dr. Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung. „Wir haben zu wenig Mädchen und junge Frauen, die sich für wissenschaftliche oder technische Karrieren entscheiden. Das können wir ändern, wenn wir früh damit beginnen, Interesse an diesen Themen zu erkennen und zu fördern.“ Bis 2012 unterstützt die Stiftung die Junior-Ingenieur-Akademie an beiden Gymnasien mit insgesamt fast 60.000 Euro.

Die Junior-Ingenieur-Akademie wird als Wahlpflichtfach ab Klasse 8 angeboten und ist mit jeweils rund 60 Schulstunden pro Halbjahr integraler Teil der schulischen Ausbildung. Ein Großteil des Unterrichts findet außerhalb der Schule an Hochschulen und Unternehmen in Form von Praktika, Exkursionen, Seminaren und Workshops statt.

Die 23 Schülerinnen der Liebfrauenschule konstruieren im Forschungszentrum Caesar ein Achterbahnlooping oder lernen im Deutschen Luft und Raumfahrtzentrum (DLR) die technischen Anforderungen bei der Konstruktion von Fluggeräten kennen, die im Weltraum zum Einsatz kommen. Neben Caesar und dem DLR sind weitere Partner der Lieb-frauenschule die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die Ford-Werke (Aus- und Weiterbildung), die Industrie- und Handelskammer (IHK) und das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT).
An der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg lernen die 22 Schülerinnen des St. Adelheid-Gymnasiums „Technisches Zeichnen“ mittels Computerprogramm kennen, mit Studenten der Fachhochschule Köln bauen sie eine Brücke ohne Nagel- oder Zementverbindung und bekommen bei der Solarworld AG eine Einführung in Photovoltaik. Außer den Hochschulen und der Solarworld AG gehören die Unternehmen Bosch und Grontmij sowie das Ingeni-eurbüro Brendebach zum Kreis der Partner des St. Adelheid-Gymnasiums.

Nach Gymnasien in Aachen, Duisburg, Hennef, Königswinter und Nonnenwerth nehmen mit der Liebfrauenschule und dem St. Adelheid-Gymnasium zwei weitere Schulen im Bonner Raum an dem Projekt Junior-Ingenieur-Akademie teil. Weitere Akademien starten zu Beginn dieses Schuljahres auch in Jülich, Mülheim an der Ruhr, Frankfurt/Main, Wuppertal und Osterholz-Scharmbeck. Dort arbeitet die Telekom-Stiftung mit der Fraunhofer-Gesellschaft zusammen. Beide Partner wollen in den kommenden eineinhalb Jahren bis zu zehn weitere Junior-Ingenieur-Akademien aufbauen, um gezielt Mädchen und junge Frauen zu fördern. (07/10/09)

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