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Genetische Untersuchung belegt die Bedrohung der seltenen Birkhühner

Für Birkhühner ist die Partnersuche ein Problem. Auf dem Hühner-Heiratsmarkt herrscht zwar Polygamie, aber es gibt einfach zu wenig Auswahl auf dem Balzplatz! Die Folgen sind dramatisch: "Die genetische Vielfalt der heutigen Birkhühner hat sich mit der Abnahme der Bestände deutlich reduziert", sagt Dr. Gernot Segelbacher, den die Deutsche Wildtier Stiftung mit ihrem Forschungspreis ausgezeichnet hat.

Der Privatdozent hat jetzt seine Forschungsarbeiten über die genetische Vielfalt der letzten Birkhuhn-Populationen in Mitteleuropa im Vergleich zu den Vorkommen Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts vorgelegt. Birkhühner waren damals eine weit verbreitete Art. Ihre Zahl ging in die Zehntausende. Das Ergebnis der Forschungsarbeit von Dr. Segelbacher zeigt die dramatische Entwicklung der heute seltenen Birkhühner auf: “Die deutlich geringere genetische Vielfalt lässt sich durch DNA-Analysen der Präparate wissenschaftlich belegen.” Segelbacher lehrt und forscht an der Universität Freiburg.


Dr. Gernot Segelbacher, Forschungspreisträger der Deutschen Wildtier-Stiftung, mit einem Birkhuhn.
Foto: Ingo Schneider/Deutsche Wildtier Stiftung

Um den Beweis für die Bedrohung des Birkhuhns anzutreten, hat sich der Forscher als Feder-Sammler betätigt und für seine Untersuchungen die Mauser-Federn der letzten noch lebenden Birkhuhnvorkommen in Mitteleuropa genetisch untersucht und dann mit historischen Präparaten aus Dänemark, Schleswig-Holstein und Niedersachsen verglichen. Neben Material aus naturkundlichen Museen konnte Segelbacher auch auf Federn von ausgestopften Tieren zurückgreifen, die Jäger ihm zur Verfügung gestellt haben. “Ohne die Hilfe der Jäger und die finanzielle Unterstützung der Deutschen Wildtier Stiftung wäre die Arbeit nicht möglich gewesen”, betont er.

Ob das Birkhuhn noch zu retten ist, bleibt ungewiss. Durch das fortschreitende Trockenlegen von Flachmooren und Feuchtwiesen, durch den Rückgang der Heidegebiete und intensive Landnutzung in unseren Agrarlandschaften, verliert das Birkhuhn seine Lebensräume. Die letzten rund 200 Birkhühner Norddeutschlands stehen vor dem Aus.

(17.7.2014 | Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung)

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