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Gerda Henkel Stiftung: Drei Millionen für neue Forschungsvorhaben

Die Stiftungsgremien haben beschlossen, 52 Vorhaben aus dem Bereich der Historischen Geisteswissenschaften sowie im Rahmen der Sonderprogramme "Islam, moderner Nationalstaat und transnationale Bewegungen" und "Sicherheit, Gesellschaft und Staat" zu fördern.

Für zunächst zwei Jahre unterstützt die Stiftung das Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main bei dem Vorhaben, die Sitzungsprotokolle der Seminare Theodor W. Adornos zu edieren. Als der Philosoph im November 1949 seine Lehrtätigkeit in Frankfurt am Main aufnahm, war er gerade erst aus dem Exil zurückgekehrt und noch nicht berühmt. Bei seinem Tod 20 mJahre später zählte der Mitbegründer der “Frankfurter Schule” zu den einflussreichsten Intellektuellen der Bundesrepublik. Wenig bekannt ist, dass Adorno die Teilnehmer seiner Frankfurter soziologischen und philosophischen Seminare zwischen 1949 und 1969 Sitzungsprotokolle führen ließ: Erhalten haben sich über 470 Mitschriften.

Unter der Leitung des Direktors des Instituts für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Prof. Dr. Axel Honneth, werden die Sitzungsprotokolle in wissenschaftlicher Form ediert. Die Publikation verspricht, wichtige neue Einblicke in die Genese und Wirkung der Theorie Adornos zu gewähren und seine Lehre in der Auseinandersetzung mit den Studentinnen und Studenten nachvollziehbar zu machen.

Alchemischen Handschriften des 15. und 16. Jahrhunderts widmet sich Dr. Anke Timmermann. Entgegen der landläufigen Meinung war Alchemie in der frühen Neuzeit keine Pseudowissenschaft, sondern eine historische Praxis mit einer komplexen Fachsprache. Vom 15. Jahrhundert an traten zu den Wörtern immer häufiger Bildelemente: Symbole, Zeichnungen von Gerätschaften, Diagramme, Tabellen und Darstellungen alchemischer Prozesse. Anke Timmermann möchte im Rahmen eines Forschungsstipendiums die Funktion dieser Bildlichkeit für den englischen und deutschen Sprachraum untersuchen. Ihr Forschungsprojekt ist angesiedelt am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin.

Insgesamt 376 Förderanträge waren in der Geschäftsstelle der Gerda Henkel Stiftung eingegangen. In einer weiteren wesentlichen Entscheidung bestätigten die Stiftungsgremien Dr. Michael Muth als Mitglied des Kuratoriums.

(7.11.2013 | Quelle: Gerda Henkel Stiftung)

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