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Gerda Henkel Stiftung fördert Konfliktforschung

Welche Militärdoktrin verfolgt Russland? Welche Folgen haben physische und soziale Bedrohungserfahrungen in Südafrika? Wie meistert Tunesien die "salafistische Herausforderung"? Diese Fragen stehen im Zentrum von drei wissenschaftlichen Projekte, die die Gerda Henkel Stiftung in ihr mit mehr als 600.000 € dotiertes Sonderprogramm "Sicherheit, Gesellschaft und Staat" aufgenommen hat.

Russland steht im Zentrum eines Forschungsprojektes von Dr. Aschot Manutscharjan (Berlin). Für den Zeitraum von der Unabhängigkeit Russlands 1991 bis zum Beginn der dritten Amtszeit Vladimir Putins im Jahr 2012 fragt der Politikwissenschaftler und Historiker danach, welche Sicherheitsstrategien Russland unter dem Eindruck jüngerer Entwicklungen – der Erweiterung der NATO, der US-Interventionen in Afghanistan und dem Irak, der Rolle Chinas als Weltmacht und der Veränderungen in der islamischen Welt – gewählt hat und ob nach dem Ende des Ost-West-Konflikts eine neue Konfrontation zwischen Russland und den USA drohen könnte.

Der Beziehung von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren widmet sich Professor Dr. Sarah Brooks (Ohio State University, USA). Die Politikwissenschaftlerin blickt nach Südafrika: Erfahrungen von Gewalt und Einkommensverlust führen dort dazu, dass einzelne Bevölkerungsgruppen eigene Maßnahmen ergreifen, um sich physisch zu schützen und sozial abzusichern. Welche Folgen die Konkurrenz von staatlichem Gewaltmonopol und privater Selbstjustiz für die Demokratie Südafrikas hat, wird Sarah Brooks anhand der Städte Johannesburg und Kapstadt untersuchen.

Das Verhältnis von staatlicher und gesellschaftlicher Sicherheit ist auch Thema des Forschungsprojekts von Dr. Frederic Volpi (University of St Andrews, Großbritannien). Der Politikwissenschaftler beleuchtet am Beispiel des „zerfallenden Staates“ Tunesiens den schwierigen Übergang von einem autoritär geführten zu einem demokratischen Staat. Seine Aufmerksamkeit gilt dabei den Bestrebungen der tunesischen Regierung, die salafistischen Bewegungen des eigenen Landes in einen friedlichen Dialog einzubinden, aber auch zwischen salafistischen und anderen religiösen und säkularen Gruppen zu vermitteln.

Mit dem Programm unterstützt die Gerda Henkel Stiftung Wissenschaftler, die sicherheitspolitische Konflikte nach dem Kalten Krieg untersuchen. Dabei geht es auch um die Verbindung von theoretischer Grundlagenforschung und Konzepten, die für die politische Praxis Bedeutung haben. Forscher, die sich in der aktuellen Ausschreibungsrunde bewerben möchten, können ihre Anträge noch bis zum 6. Dezember 2013 in der Geschäftsstelle der Gerda Henkel Stiftung einreichen.

(21.11.2013 | Quelle: Gerda Henkel Stiftung)

Mehr Info zum Sonderprogramm auf der Website der Gerda Henkel Stiftung

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