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Projekte & Programme
Gerda Henkel Stiftung: Gut 5 Mio. € für die Wissenschaft
Förderung 77 neuer Forschungsprojekte weltweit
Mehr als 5 Mio. € stellt die Gerda Henkel Stiftung für neue Forschungsvorhaben auf dem Gebiet der Historischen Geisteswissenschaften und der gegenwarts- und zukunftsbezogenen Forschung zur Verfügung. In ihrer Herbstsitzung am 3. und 4. November 2011 bewilligten die Stiftungsgremien knapp 3,5 Mio. € für 41 Stipendien im Rahmen des Förderprogramms M4HUMAN („Mobility for experienced researchers in historical humanities including Islamic studies“).
Die Stiftung hatte die Initiative in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission im März dieses Jahres erstmals ausgeschrieben und damit ihr Angebot für Forschungsaufenthalte im Ausland erweitert. In einer weiteren wesentlichen Entscheidung berieten Kuratorium und Wissenschaftlicher Beirat über die im Basisprogramm und in den Sonderprogrammen eingereichten Anträge: Gut 1,6 Millionen Euro werden in diesem Bereich 36 wissenschaftlichen Projekten zugute kommen. Insgesamt stellt die Stiftung damit Fördergelder für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 23 Ländern bereit.
Beispiele — Johann Sebastian Bachs Thomaner und Dafur im Blick der internationalen Politik
Der Leipziger Thomanerchor feiert im nächsten Jahr sein 800jähriges Bestehen. Eine Forschergruppe um Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff, Direktor des Bach-Archivs Leipzig, nimmt das Jubiläum zum Anlass, die Lebenswege der von Bach ausgebildeten Schüler zu verfolgen. Die Thomaner waren die besten Kenner von Bachs Musizier- und Unterrichtspraxis sowie seiner Persönlichkeit. Sie waren zugleich die ersten Kopisten, Interpreten und Rezipienten seiner Werke. Auf der Basis der lange verschollen geglaubten und erst in diesem Jahr wiedergefundenen Matrikel der Leipziger Thomasschule, in die sich sämtliche Thomaner der Bach-Ära eingetragen haben, erforschen die Musikwissenschaftler den Werdegang von Bachs Thomanern an rund 250 Archivstätten. Sie hoffen damit, neue, für die Bach-Forschung wesentliche Quellen zu Johann Sebastian Bach zu erschließen, zu dessen Lebensgeschichte, anders als etwa in den Fällen Mozarts, Beethovens oder Mendelssohn Bartholdys, nur wenige aussagekräftige Zeugnisse überliefert sind. Die Gerda Henkel Stiftung unterstützt das Vorhaben mit Mitteln für zwei Promotionsstipendien sowie zur Übernahme von Reise- und Sachkosten.
Der gewaltintensive Konflikt in Dafur (Sudan) ist Thema eines Forschungsprojektes unter Leitung von Prof. Dr. Mihran Dabag, Direktor des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum. Der Konflikt zwischen der Zentralregierung in Khartoum und den Rebellengruppen im mehrheitlich von Christen bewohnten Süden des Sudans warf für die internationale Staatengemeinschaft die Frage nach dem Recht, den Realisierungsmöglichkeiten, den Folgen und Kosten einer humanitären Intervention auf. Er hat sich darüber hinaus als paradigmatisch für die Bestimmung von Risiken für die Friedenssicherung, für Global Governance und die Weltordnung im 21. Jahrhundert erwiesen. Zusammen mit Mitarbeitern und Kollegen der Ruhr-Universität Bochum untersucht Mihran Dabag, wie die internationale Staatengemeinschaft den Konflikt interpretiert und welche Handlungsempfehlungen sie formuliert hat. Die Stiftungsgremien gewährten für das Projekt ein Forschungsstipendium, weitere Personalmittel sowie Reise- und Sachmittel. (11/11/11; Quelle: Gerda Henkel Stiftung)



