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Global Energy Institute Berlin
In Berlin soll laut Medienberichten eine private Energie-Hochschule entstehen. Das Global Energy Institute Berlin soll Energieforscher aus ganz Europa zusammenbringen sowie die deutsche und die europäische Energiepolitik unterstützen.
Zu den Förderern des Projekts gehörten Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU). Laut Markus Baumanns von der Hamburger Zeit-Stiftung, der das Projekt als Berater begleitet, sollen Talente aus ganz Europa zu Energiegestaltern für Führungspositionen in Wissenschaft, Politik und Management ausgebildet werden.
Die deutschen Wissenschaftsorganisationen Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer- und Helmholtz-Gesellschaft überlegten bereits, wie sie die Energie-Hochschule mit Know-how unterstützen können. „Etwas Vergleichbares gibt es noch nicht“, sagte Helmholtz-Präsident Jürgen Mlynek, „die Energieforschung so nahe bei der Regierung – das ist eine hervorragende Idee.“
Energieinstitute aus Madrid, Moskau, Oslo und Stockholm sind laut Magazin als Partner an Bord. Die Vorstände mehrerer europäischer Energiekonzerne berieten über eine Beteiligung. Auch in Russland und anderen ressourcenreichen Ländern werde um Geld für die Stiftung geworben. Als Standort sei das Gelände um den stillgelegten Gasometer in Berlin-Schöneberg vorgesehen. 15 Professoren sollen forschen und 500 Studenten in den Master-Studiengängen Energietechnologie, Energiemanagement und Energiepolitik betreuen. Eine Stiftung, die binnen fünf Jahren einen Kapitalstock von 250 Mio. € aufbaut, solle das Projekt finanzieren.
Als Sponsoren schweben den Gründern auch Firmen vor. Einerseits Energieverbraucher, wie etwa aus der Automobilindustrie, andererseits aber auch Energieversorger, Ölkonzerne oder Unternehmen aus dem boomenden Sektor der regenerativen Energien. Noch sei aber die Finanzierung insgesamt nicht gesichert, hieß es. Der Berliner Senat werde sich in jedem Fall nicht finanziell beteiligen.
Die Geld-Frage ist nach wohl auch dafür verantwortlich, dass sich die Gespräche um den Sitz im Schöneberger Gasometer derzeit schwierig darstellen. Dem Vernehmen nach wären die Kosten in dem symbolträchtigen Neubau in alter Hülle, die das Berliner Architekturbüro Remtec entworfen hat, vergleichsweise hoch. Der Bauunternehmer Reinhard Müller, Chef der Remtec, hat vor anderthalb Jahren das 40.000 Quadratmeter große Gelände am S-Bahnhof Schöneberg von der Gasag gekauft. Involviert ist auch der Bauunternehmer Klaus Groth. 500 Mio. € wollen sie investieren. Geplant ist unter anderem ein gläserner Zylinder innerhalb des 80 Meter hohen Gasometers, dessen Stahlgerüst erhalten bleiben soll.
Im vergangenen November hatte Müller die Pläne vorgestellt. Die Rede war damals schon von einer privaten Hochschule. Auch das Gelände rund um das Gasometer sollte mit internationalen Partnern zu einem „Europäischen Energie Forum“ entwickelt werden. Rund um die Hochschule sollten sich Firmen aus dem Energie- und Umweltsektor ansiedeln.
Wie jetzt zu hören ist, sind die Investoren aber inzwischen uneinig über die Fortführung des Projektes. Vor allem gehe es um die Preise, die von Nutzern gefordert werden sollen. Obwohl der Bezirk Tempelhof-Schöneberg die Pläne unterstützt, haben sich Anwohner zu dem als „gigantomanisch“ kritisierten Vorhaben geäußert. Sie befürchten eine Wand aus Hochhäusern mitten im Kiez. Denkmalschützer monierten ebenfalls die Höhe der Gebäude.
Diese Einwände und eine sich daraus ergebende längere Planungsphase haben nun dazu geführt, dass die Hochschul-Gründer sich auch anderswo nach einem Domizil umschauen. (26/08/08)



