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Integratives Familienzentrums eröffnet

"Die Ritterburg ist einerseits eine Burg, die Schutz gegen Feinde und Einflüsse bietet. Sie ist aber auch eine moderne Burg, die Tore und Brücken öffnet und auch andere herein lässt", sagte Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin und Schirmherr des Vereins Nestwärme, bei der Eröffnung des neuen integrativen Familienzentrums in Kreuzberg.

Der Verein Nestwärme betreut und berät von Aids betroffene Familien, Kinder und Jugendliche. Die gestern eröffnete zweistöckige Ritterburg an der Ritterstraße 36 beherbergt einen integrativen Kindergarten, eine Kinderfreizeiteinrichtung und ein Begegnungszentrum für Familien, die von Aids betroffen sind. “Es ist ein integratives Projekt für alle sozial und gesundheitlich benachteiligten Kinder”, erklärte der Vereinsvorsitzende Michael Janda das Konzept. Oktober 1994 eröffnete Nestwärme den ersten Kindergarten für aidskranke Kinder in Deutschland, der bald zu einem Hort der Geborgenheit für Kinder und Eltern wurde, denen oft mit Ablehnung begegnet wird. Vier Jahre später wurde das erste gesunde Kind aufgenommen – die Vorurteile waren überwunden.

Das etwa 4000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich die Ritterburg erhebt, wurde dem Verein vom Land Berlin und dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zur Verfügung gestellt. Finanziert wurde der Bau der Ritterburg mit Spenden und Mitteln der Stiftung Deutsche Kassenlotterie Berlin. Von der Bausumme von insgesamt zwei Mio. € konnten 200.000 € durch Spender und Sponsoren eingeworben werden. Großzügige Unterstützung kam von “Baupaten”, die sich auch bei der offiziellen Eröffnungsfeier noch einmal großzügig zeigten. Dazu gehört auch der “Baupate” Karl-Heinz Müller, Chef der Modemesse Bread & Butter, der gestern noch einmal 5000 Euro spendete.

Es sei kein leichtes Unterfangen gewesen, aber das Projekt “für eine menschlichere Gesellschaft” habe bald eine Eigendynamik entwickelt, sagte Klaus Wowereit. “Nicht nur die großen Spenden sind wichtig, sondern auch die vielen kleinen”, fügte Nestwärme-Vorstand Michael Janda hinzu, der sich jahrelang um Sponsoren bemühte, um sein Vorhaben zu verwirklichen.

Unter dem Motto “Spielen ist nicht ansteckend” informiert Nestwärme durch Broschüren und persönliche Gespräche mit Eltern gesunder Kinder über die Ziele des Vereins und versucht, Vorurteile abzubauen. “Es gibt keinen Grund, Kinder, die Aids haben, auszusperren”, betonte auch Klaus Wowereit. 80 Kinder kommen nun täglich in die Ritterburg und den erfolgreichen Stadtteilmüttern steht ein Integrationskurs für Frauen nicht-deutscher Herkunft zur Verfügung. (02/06/09; Quelle: Berliner Morgenpost)

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