Akteure & Konzepte
Projekte & Programme
Internationaler Roma-Gedenktag: Stiftung EVZ fördert Gedenkreise
Am kommenden Montag besuchen etwa 30 Holocaust-Überlebende der Sinti und Roma die Gedenkstätte Auschwitz, um ihrer vor 66 Jahren ermordeten Angehörigen zu gedenken. Vom 2. auf den 3. August 1944 hatten die Nationalsozialisten im Lagerabschnitt B II e, dem sogenannten "Zigeunerlager", 2.900 Sinti und Roma ermordet. Insgesamt wurden nach Schätzungen annähernd 500.000 Menschen in Europa aufgrund des sogenannten "Zigeunererlasses" durch das nationalsozialistische Regime ermordet.

Auschwitz-Überlebende bei der Kranzniederlegung am Mahnmal im ehemaligen Lagerabschnitt B II, von der SS als "Zigeunerlager" bezeichnet
Seit 1985 fahren Delegationen von Überlebenden zur Gedenkfeier nach Auschwitz, seit dem 2. August 1994 wird der Sinti und Roma mit einer eigenen Veranstaltung gedacht. Für die Überlebenden ist der Besuch des Erinnerungsortes wichtig, da sie ihrer Angehörigen nicht auf Friedhöfen in ihrer Heimat gedenken können. Während der Veranstaltung sind auch Regierungsvertreter aus Israel, Deutschland und Polen anwesend. Neben der offiziellen Gedenkfeier treffen die Überlebenden auf junge Deutsche, Polen und Ukrainer, die in Krakau und Lemberg ein freiwilliges soziales Jahr leisten und dort Holocaust-Überlebende betreuen und versorgen.
Die Stiftung EVZ fördert den Besuch der Überlebenden seit 2005. Damit konnten jährlich etwa 30 Sinti und Roma mit ihren Begleitern nach Auschwitz reisen und ihrer Angehörigen gedenken. Organisiert werden die Reisen seit 1985 vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg. (29/07/10; Quelle: Stiftung EVZ)



