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Jacobs Foundation: 50 Millionen Schweizer Franken für Bildungsprogramm in Westafrika

Die Schweizer Jacobs Foundation weitet ihr Engagement für Bildung in der Elfenbeinküste aus. Zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kakaobauern und deren Familien lanciert sie das Programm TRECC. TRECC steht für "Transforming Education in Cocoa Communities" und ist ein umfassender Ansatz für nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Wandel in der Region.

Mit fast 40 Prozent der weltweiten Produktionsleistung ist die Elfenbeinküste mit Abstand der größte Anbauer von Kakao. Obwohl das Land ein anhaltendes Wirtschaftswachstum verzeichnet, herrschen Armut und fehlende Bildung vor: Etwa acht Millionen Menschen im Land sind abhängig von der vorwiegend kleinbäuerlichen Kakaoproduktion; die meisten der etwa 800.000 Kakaobauern sind Analphabeten und leben von weniger als einem halben US Dollar pro Tag was erheblich unter der Armutsgrenze von zwei Dollar pro Tag liegt.

In den ländlichen Gebieten sind 45 Prozent der 6- bis 12-Jährigen nicht eingeschult. Von den 15- bis 24-jährigen Ivorianern haben etwa zwei Drittel (63 Prozent) die Primarschule nicht abgeschlossen, jeder dritte hat nie eine Schule besucht. Von den Kindern im Alter von 5 bis 15 Jahren gehen 1.4 Millionen (25 Prozent) arbeiten, die Hälfte davon in der Landwirtschaft.


Foto: obs/Jacobs Foundation/Malte Jäger

Dieser problematischen Bildungssituation begegnet die Jacobs Foundation bereits seit sechs Jahren mit ihrem Livelihoods-Ansatz. Dabei werden Kleinbauern unterstützt, durch optimierte Anbaupraktiken ihre Produktivität und somit auch ihr Einkommen zu erhöhen, um eine Verbesserung der Lebensbedingungen der gesamten Familie zu erreichen. Dadurch soll insbesondere der Zugang zu Bildung sichergestellt werden. Gleichzeitig beinhaltet der Ansatz die Kooperation mit den lokalen Behörden bei der Verbesserung der Qualität der öffentlichen Bildung. Die Integration Jugendlicher in den Arbeitsmarkt sowie der Aufbau und die Stärkung lokaler Strukturen und Kompetenzen sind darüber hinaus weitere Schwerpunkte des Ansatzes.

Mit TRECC geht die Jacobs Foundation dazu eine strategische Partnerschaft mit der Industrieplattform CocoaAction ein. CocoaAction ist eine von der World Cocoa Foundation (WCF) koordinierte Initiative der weltweit elf führenden Unternehmen der Kakaoindustrie, die zum Ziel hat, die Lebensbedingungen der Kakaobauern zu verbessern und damit die Kakaoproduktion nachhaltig sicher zu stellen. Die Firmen haben sich mit CocoaAction dazu verpflichtet, bis 2020 rund 300.000 Kakaobauern in der Elfenbeinküste und Ghana den Zugang zu Trainings, verbesserten Nutzpflanzen und Düngemittel sicherzustellen. Gleichzeitig sollen die Gemeinden der Kakaobauern durch die Förderung von Bildung, die Stärkung der Frauen und den Kinderschutz gestärkt werden.

Von Juni 2015 bis Ende 2022 wird das Programm implementiert. Dafür stellt die Jacobs Foundation 50 Mio. Schweizer Franken bereit. Zusätzliche Zuwendungen sollen durch Co-Investments weiterer Partner aus der Privatwirtschaft in das Programm einfließen.

Mittelfristig, bis 2022, wird angestrebt, durch TRECC die Lebensbedingungen von 200.000 Kindern und Jugendlichen sowie von 10.000 Frauen zu verbessern. Langfristig soll der Zugang zu hochwertiger Bildung in den ländlichen Gemeinden auf Dauer und über das Engagement der Jacobs Foundation hinaus sichergestellt werden.

(7.5.2015 | Quelle: Jacobs Foundation)

Mehr Info zum Programm auf der Website der Jacobs Foundation

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