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Jakob von Uexküll verlangt Beschleunigung der Klimaverhandlungen

Vor dem Hintergrund der Klimakonferenz auf dem Petersberg bei Bonn verlangt der Publizist und Stifter des Alternativen Nobelpreises, Jakob von Uexküll, unorthodoxe Lösungen, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Er plädiert dafür, hohe Beamte "einzusperren", bis sie eine Lösung präsentieren.

Im Deutschlandradio Kultur sagte Uexküll, der für Ende des Jahres geplante Klimagipfel in Mexiko komme zu spät für einen “ordnungsgemäßen Übergang”. Selbst wenn es dort eine Einigung gebe, dauere es erfahrungsgemäß noch drei Jahre, bis Beschlüsse auch ratifiziert und umgesetzt seien. Wenn sich die Politiker nicht endlich einigten, müsse man wie bei der Wahl des Papstes oder bei der Gründung der Europäischen Union vorgehen, schlug von Uexküll vor. Hohe Beamte der Gründerstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft seien damals so lange auf ein Schloss in Frankreich “eingesperrt” worden, bis sie eine Lösung gefunden hätten.

“Man kann also die Weichen umstellen, wenn der Druck groß genug ist, dann braucht das keine Jahrzehnte oder Jahre, (sondern) kann auch innerhalb von Wochen und Monaten passieren”, sagte er. Von Uexküll plädierte dafür, nur die wichtigsten 20 bis 25 Länder zu den Klimaverhandlungen einzuladen. Es sei nicht nötig, dass 195 Länder dabei seien. Er forderte die reichen Industrieländer zudem auf, ihre Volkswirtschaften nachhaltiger zu gestalten. Von den OECD-Ländern sei Südkorea derzeit das einzige, das einen “Green New Deal” entwickelt habe. Ein Großteil der staatlichen Fördergelder gehe in Südkorea inzwischen in nachhaltige Projekte. “Das wagt man hier nicht”, kritisierte der Schriftsteller: “Da hat man ( … ) eine riesige Chance verpasst. So wie wir jetzt weitermachen, werden wir nur von der einen Krise in die nächste schlittern.” (03.05.10; Quelle: Deutschlandradio Kultur)

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