topad


Akteure & Konzepte

Projekte & Programme

Jede zweite Frau über Brustkrebs-Früherkennung falsch oder gar nicht informiert

Der aktuelle Gesundheitsmonitor, den Barmer GEK und Bertelsmann Stiftung veröffentlicht haben, zeigt erhebliche Informationsdefizite zum Mammografie-Screening auf. Befragt wurden 1.852 Frauen im Alter von 44 bis 63 Jahren.

30 Prozent der Frauen glauben, dass die bloße Teilnahme am Screening verhindert, dass sie an Brustkrebs erkranken. Der Nutzen der Untersuchung wird überschätzt, während über die Risiken etwa durch falsche Positiv-Befunde nur wenig bekannt ist.

Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Bei über 70.000 Frauen jährlich wird diese Krebsart diagnostiziert, 17.000 Frauen pro Jahr sterben an der Krankheit. Im Jahr 2011 gab es bundesweit über 100.000 Brustentfernungen.

Laut aktuellem Gesundheitsmonitor leben die meisten Frauen beim Thema Krebs in der Angst, falsche Entscheidungen zu treffen. Die Untersuchung zeigt, dass sich das Wissen über Nutzen und Risiken des Mamma-Screenings in den vergangenen Jahren nicht verbessert hat. Bertelmann Stiftung und Barmer GEK folgern aus den Befragungsergebnissen, die Aufklärungsstrategien zum Mammografie-Screening stärker an den Informationsbedürfnissen der Frauen zu orientieren. Ärzten und leichter verständlichem Informationsmaterial komme dabei eine Schlüsselrolle zu.

Prof. Norbert Schmacke, einer der Autoren des Gesundheitsmonitors, hält das Ausmaß der Informationsdefizite für alarmierend: “Es mangelt insbesondere bei der Einladung zum Screening an verständlichen und evidenzbasierten Informationen sowie an Zeit und Gelegenheit, sich eine eigene Meinung bilden zu können”, so der Professor der Universität Bremen. Dies unterstreicht Prof. Marie-Luise Dierks, Leiterin der Patientenuniversität an der Medizinischen Hochschule Hannover: “Wir haben die Verpflichtung, ausgewogen und verständlich über den Nutzen, aber auch die Risiken des Screenings aufzuklären und den Frauen eine gute Entscheidung zu ermöglichen.”

(13.2.2014 | Quelle: Bertelsmann Stiftung)

Zur Übersicht "Akteure & Konzepte // Projekte & Programme"