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Jugendbauhütten: Soziales Jahr im Denkmalschutz

Am Denkmalschutz interessierte junge Menschen können in Zukunft auch in Süddeutschland ein freiwilliges Jahr absolvieren. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Bonn hat dafür nun auch in Regensburg eine sogenannte Jugendbauhütte eröffnet. Die Einrichtung vermittelt den 16 bis 26 Jahre alten Männern und Frauen Jobs bei Handwerkern, Architekturbüros oder Behörden, die sich um den Erhalt von Denkmälern kümmern.

Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die von der Stiftung ins Leben gerufenen “Jugendbauhütten” bieten seit einigen Jahren in der Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst e.V. (ijgd) den Rahmen für ein “Freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege”. Anknüpfend an die Tradition der mittelalterlichen Bauhütten bietet diese Sonderform des Freiwilligen Sozialen Jahres praktische Erfahrungen und eine erste berufliche sowie persönliche Orientierung. Im Rahmen eines Jahres können Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren in Handwerks- und Baubetrieben, bei Architektur- und Planungsbüros oder Denkmalbehörden mitarbeiten. In Seminaren werden begleitend Stil- und Materialkunde, Forschungs- und Arbeitsmethoden, Grundlagen der Denkmalpflege sowie die Bedeutung des europäischen Kulturerbes vermittelt. Unabhängig vom späteren Berufsweg nehmen die Jugendlichen die Erfahrung im Umgang mit Geschichte, Originalsubstanz und ihren handwerklichen Fähigkeiten mit.

Bislang wurden zwölf Jugendbauhütten eingerichtet:
in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern), Romrod (Hessen), Duisburg/Raesfeld und Soest (beide Nordrhein-Westfalen), Görlitz (Sachsen), Mühlhausen (Thüringen), Quedlinburg (Sachsen-Anhalt), Berlin/Brandenburg und Stralsund/Szczecin (Mecklenburg-Vorpommern und Polen). Ende 2009 wurden neben der in Regengensburg zwei weitere Jugendbauhütten in Regensburg (Bayern), Stade (Niedersachsen) und speziell für die Gartendenkmalpflege mit Sitz in Potsdam eröffnet.

Die zwölf Jugendbauhütten sind eine große Chance, Jugendliche für die Bewahrung des kulturellen Erbes zu begeistern. Sie sind aber auch eine Herausforderung für den Träger: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sichert finanziell die Existenz der Jugendbauhütten. Sie trägt alle Kosten, die nicht durch Zuschüsse von Bund, Ländern, Kommunen und anderen Stiftungen gedeckt werden, das sind 150.000 bis 200.000 € pro Jahr und Jugendbauhütte. Auch die Einsatzstellen leisten einen Beitrag. Die Zukunft der Jugendbauhütten wird jedoch ganz wesentlich von der finanziellen Absicherung durch weitere Spenden, Stiftungen und der gesetzlichen Anerkennung abhängen. (22/02/10; Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

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