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Kindernothilfe: Haiti tritt Rechte von Kindern mit Füßen
Anlässlich des Internationalen Tages gegen ausbeuterische Kinderarbeit am 12.6. ruft die Kindernothilfe den haitianischen Staat auf, seine Kinder besser zu schützen und zu fördern. Nach Angaben der Vereinten Nationen muss in Haiti jedes fünfte Kind unter 14 arbeiten, das sind etwa 750.000 Mädchen und Jungen. Besonders dramatisch ist die Situation für die rund 300.000 Restavèk-Kinder. Sie leben als Hausangestellte wie Sklaven in fremden Familien. Das Beben vom 12.1.2010 hat ihre Situation drastisch verschärft.

Haitis Restavèk-Kinder werden vom Staat kaum geschützt. Foto: Jens Grossmann
„System von Ausbeutung ist Jahrhunderte alt”
„Diese Gesetzgebung ist nichts wert, wenn sich niemand um deren Einhaltung kümmert”, so Schübelin. „In den Armenvierteln von Port-au-Prince ist es an der Tagesordnung, die Restavèk-Kinder zu schlagen, sie bis zu 16 Stunden am Tag schuften zu lassen. In der Regel dürfen die Kinder keine Schule besuchen. Die sogenannten Gastfamilien müssen hingegen keine Angst davor haben, für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dieses System von Ausbeutung und Gewalt an Kindern ist Jahrhunderte alt.”
Investitionen in Bildungs- und Aufklärungsprogramme sowie in den Kinderschutz sind jetzt dringend notwendig, um zu strukturellen Veränderungen für Haitis Kinder zu kommen. Die Kindernothilfe engagiert sich seit 1981 für Haitis Restavèk-Kinder. Mit Bildungseinrichtungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für die „Gastfamilien” konnten vor dem Beben 450 Kinder geschützt und gefördert werden. Seit dem Beben hat die Kindernothilfe ihre Unterstützung ausgebaut und betreut mittlerweile über 3.000 Restavèk-Kinder. (11/06/10; Quelle: Kindernothilfe)



