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Klassik Stiftung Weimar forscht über NS-Raubgut

Das zunächst auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt "Provenienzen, Erwerbungskontexte, Erbenermittlung" soll zu in der Zeit des Nationalsozialismus erworbenen Sammlungsobjekten recherchieren. Im wesentlichen geht es dabei um die Frage, ob es sich dabei um sogenanntes Raubgut handelt.

Seit 2009 konnte die Klassik Stiftung bereits drei vergleichbare Rechercheprojekte verwirklichen. Das neue Projekt schließt an diese kontinuierliche Arbeit an und intensiviert sie noch einmal: War für die Recherchen bislang ein wissenschaftlicher Mitarbeiter zuständig, so geht nun ein vierköpfiges Team an die Arbeit. Möglich wird diese Verstärkung zum einen durch die erneute und großzügige Förderung durch den Bund, vermittelt über die Berliner Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/Provenienzforschung, zum anderen steuert die Klassik Stiftung selbst die Hälfte der notwendigen Mittel als Eigenanteil bei.

Zu den zentralen Aufgaben der Klassik Stiftung zählen die Bewahrung, Erschließung und öffentliche Vermittlung ihrer kulturhistorisch einmaligen Bestände. In ihrem Leitbild bekennt sich die Stiftung vor diesem Hintergrund nachdrücklich dazu, die Frage zu klären, in welchem Umfang sich in ihren Sammlungen Objekte befinden, die während und infolge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft unter verfolgungsbedingten Umständen erworben wurden. Das schließt auch mit ein, daraus resultierende Wiedergutmachungs- und Restitutionsansprüche zu klären und anspruchsberechtigte Rechtsnachfolger der ursprünglichen Eigentümer zu ermitteln. Indem die Klassik Stiftung hier einen Schwerpunkt ihrer Arbeitsplanung setzt, handelt sie im Sinne der Washingtoner Erklärung aus dem Jahr 1998, in der die 44 unterzeichnenden Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, eine entsprechende internationale Verpflichtung eingegangen sind.

(4.10.2013 | Quelle: Klassik Stiftung Weimar)

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