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Kostenloses Obst und Gemüse für 1.400 Kinder

Niedersachsen beteiligt sich nicht am Schulobst-Programm der EU, in Braunschweig aber wird es eines geben – dank privater Sponsoren. Profitieren sollen 1400 Kinder aus der Weststadt, dem westlichen Ringgebiet, dem Siegfriedviertel und eventuell auch dem Bebelhof. Initiator der bundesweit in dieser Dimension möglicherweise einzigartigen Aktion ist die Jochen-Staake-Stiftung.

Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, Kindern zu helfen, indem sie ihnen gesunde Lebensmittel kostenlos zur Verfügung stellt. “Kinder, die nicht gesund essen, können in der Schule auch nicht gut aufpassen”, verdeutlicht Sozialdezernent Ulrich Markurth von der Stadt Braunschweig, wie wichtig eine vitaminreiche Ernährung nicht nur für die Gesundheit ist.

Sein Amt hat es übernommen, die Kindergärten und Grundschulen auszuwählen, die voraussichtlich dreimal in der Woche mit Obst und Gemüse beliefert werden. Die Wahl wird nach aktuellem Stand auf 13 Kindergärten und zwei Grundschulen fallen, in denen die Zahl der Kinder, die aus armen Verhältnissen kommen, relativ hoch ist.

Das Obst und Gemüse und auch die noch nicht abschließend geklärte Logistik zahlt die Stiftung des bekannten Geschäftsmannes Jochen Staake. Dabei geht um monatliche Summen, die weit in die Tausende gehen. Staake hofft, dass weitere Sponsoren ins Boot kommen. Mit einer Lebensmittelkette befindet er sich in Verhandlungen.

“Ich habe gelesen, dass viele Kinder gar keins oder kein gesundes Frühstück bekommen. Das darf nicht sein”, begründet Staake, warum sich seine Stiftung engagiert.

Wie erforderlich das ist, erläutert Sozialdezernent Markurth. Gut ein Fünftel aller Braunschweiger Kinder würden in prekären wirtschaftlichen Verhältnissen aufwachsen, zum Beispiel aus Familien stammen, die von Hartz-IV leben. Besonders schlimm sei die Situation in der Weststadt, sagt der Sozialdezernent und schildert ungeschminkt die Wirklichkeit: “Dort kommen 60 % aller Kinder aus armen Verhältnissen. Ihre Eltern leben von Hartz IV oder von anderen Sozialleistungen. Diese Kinder bekommen täglich zu spüren, was Armut bedeutet, und häufig nichts mit zu essen, wenn sie in die Schule gehen. Sie werden sich selbst überlassen.” Das soll sich ändern. So schnell wie möglich will die Stiftung mit den Lieferungen an die Gruppen und Klassen der 1.400 Kinder beginnen. Sie hat sich das Ziel gesteckt, gleich nach Ende der Weihnachtsferien loszulegen mit dem Braunschweiger Schulobst- und -gemüseprogramm. Gesucht werden Freiwillige, die helfen, die Äpfel, Birnen, Paprika oder Gurken zu waschen, zu schälen und zu schneiden. Geplant ist eine Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung. “Es werden aber auch Eltern aus den Kindergärten und Schulen benötigt”, unterstreichen Staake und Markurth.

Zunächst einmal soll es die Lieferungen als Pilotprojekt für drei Monate geben. “Geplant ist aber, anschließend weiterzumachen, wenn wir sehen, dass die Hilfe ankommt. Wir möchten etwas Langfristiges schaffen”, sagt Staake. Sein Ziel: “Irgendwann wollen wir den Kindern ein komplettes Frühstück liefern.” Also auch mit Vollkornbrot zum Beispiel und Milch. Der Vorsitzende der Stiftung: “Vielleicht schließen sich weitere Unternehmen oder Stiftungen dieser Idee an.” (18/12/09; Quelle: Staake-Stiftung)

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