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Kunst verbessert psychologische Widerstandsfähigkeit

Wissenschaftlern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg ist es erstmals gelungen, die Wirkung von Kunst auf die Persönlichkeit des Menschen wissenschaftlich zu belegen. Die Staedtler Stiftung hat das Forschungsvorhaben gefördert.

Ein Team aus Psychologen, Neurologen sowie Kunst- und Museumspädagogen erbrachte den Beweis, dass eine aktive künstlerische Betätigung zu einer Steigerung der funktionellen Verbindungen im Ruhenetzwerk des Gehirns führt. In der Folge werden die psychologische Widerstandsfähigkeit sowie das subjektive Wohlbefinden erhöht. Das Projekt ist Teil eines fächerübergreifenden Forschungsverbundes, der die Bedeutung des Schreibens und kreativen Gestaltens für die Entwicklung des Menschen erforscht und von der Staedtler Stiftung ermöglicht wurde. Die Idee für das breit angelegte Projekt entwickelte sich 2010 aus dem langjährigen, intensiven Austausch der Nürnberger Hochschulen mit der Stiftung.

Ziel der Forscher war es, die psychologischen und neuronalen Effekte der Auseinandersetzung mit Kunst zu analysieren und nachzuweisen. Untersucht wurde außerdem, ob diese Effekte vom Lebensalter abhängig sind. Die Wissenschaftler testeten mithilfe von bildgebenden Verfahren (fMRT) und psychometrischen Tests über drei Jahre hinweg insgesamt 150 Probanden – vor und nach dem wöchentlichen Besuch von Kunstkursen. Während eine zufällig ausgewählte Hälfte der Probanden zehn Wochen lang selbst künstlerisch tätig wurde, beschäftigte sich die zweite Hälfte im gleichen Zeitraum rein rezeptiv, also mithilfe von Führungen und Gesprächen, mit Kunst.

Das Ergebnis: Bei der produktiven Gruppe zeigte sich nach den Kunstinterventionen eine erhebliche Verstärkung in den funktionellen Verbindungen des Ruhenetzwerkes. Eine solche Veränderung lag bei der rezeptiven Gruppe ebenfalls vor, jedoch weniger signifikant. Zudem zeigt die produktive Gruppe eine deutliche Verbesserung der psychologischen Widerstandfähigkeit. Folgemessungen nach sechs Monaten bestätigten das Ergebnis.

Die Ergebnisse deuten zudem an, dass die älteren Studienteilnehmer mehr von der Wirkung der Kunstkurse profitieren als jüngere Teilnehmer. Diesem Aspekt werden die Projektleiter Prof. Dr. med. Christian Maihöfner (Neurologie), Dr. Jessica Mack-Andrick (Kunstpädagogik) und Prof. Dr. Frieder R. Lang (Psychogerontologie), weiter nachgehen.

(26.5.2014 | Quelle: Staedtler Stiftung)

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