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Lese-Initiative für Deutschland

Laut der aktuellen UNICEF-Analyse zur Qualität von Kindergärten und Tagestätten muss die frühe Förderung in den Blickpunkt der Kinderbetreuung rücken. Diese kommt besonders Kindern armer Eltern und Einwandererfamilien zugute, die Betreuungsangebote oft nicht wahrnehmen. Die Stiftung Lesen macht auf dieses Missverhältnis schon seit Jahren aufmerksam.

So bemüht sie sich, die frühkindliche Förderung in eine gerechte Dimension zu bringen, wie es beispielsweise in Großbritannien möglich ist. Dort stehen staatliche Fördermittel in Höhe von 27 Mio. GBP zur frühkindlichen Sprach- und Leseförderung zur Verfügung. Auf diese Weise erhält jedes Neugeborene in Großbritannien nicht nur ein so genanntes Starterset mit Büchern, sondern auch weitere Materialien in unterschiedlichen Entwicklungsphasen, wie z.B. bei Eintritt in den Kindergarten und die Schule.

In Deutschland ist es der Stiftung Lesen gelungen, gemeinsam mit Unternehmen der Druck- und Papierbranche, Verlagen und Sozialinstitutionen die bundesweite Kampagne „Lesestart – Die Lese-Initiative für Deutschland“ zu initiieren. Bei Lesestart werden Familien mit einjährigen Kindern bei der U6-Routineuntersuchung beim Kinderarzt anschauliche Materialien zum Thema „Vorlesen“ geschenkt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kinder zwischen 10 und 12 Monaten alt. Durch die Verteilung bei den Kinder- und Jugendärzten werden tatsächlich Familien jeder Herkunft und Bildung erreicht. Um jedoch ein flächendeckendes Programm umzusetzen, wird politische Hilfe benötigt. Die Unterstützung für Kindergärten, -tagesstätten und andere Institutionen beschränkt sich bislang nur auf wenige Bundesländer.

„Auf Länderebene haben sich einzig Bayern und Sachsen für das wichtige Projekt „Lesestart“ engagiert“, so Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen. „Beispielsweise können dank der Unterstützung des bayerischen Familienministeriums alle Familien mit einjährigen Kindern im ersten Projektjahr in den Genuss eines Lesestart-Sets kommen. Wir hoffen, dass das Vorgehen der zuständigen Ministerien in Bayern und Sachsen Schule macht und andere Bundesländer dem Vorbild folgen. Denn im internationalen Vergleich kann Deutschland bei der frühkindlichen Sprach- und Leseförderung sicher nicht mithalten und ist von einer Vollversorgung weit entfernt“, ergänzt Kreibich.

Ausführliche Informationen zu „Lesestart“ gibt es im Internet unter www.Lesestart-Deutschland.de. (16/12/08)

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